Fitness-Training mit Pulsuhren

Da sich die meisten von uns, bedingt durch eine überwiegend sitzende Tätigkeit, viel zu wenig oder zu einseitig bewegen, sollte man durch gezieltes und vor allem richtiges Training gegensteuern, um gesund und fit zu bleiben. Unter Training ist im Folgenden immer ein Ausdauer- bzw. Fitnesstraining zu verstehen, wie es durch Laufen, Rad fahren oder auch Nordic Walking erfolgen kann. Natürlich gibt es auch andere Trainingsformen, die ihre Vorteile und Daseinsberechtigung haben, aber da es hier um das Training mit Pulsuhren geht, bieten sich diese drei Bewegungarten an.
Es gibt unterschiedliche Gründe, warum der Mensch trainieren sollte oder möchte: Unter dem Gesichtspunkt der Gesundheit ist hier vermutlich am häufigsten der Wunsch der Gewichtsreduzierung, also das Abnehmen zu nennen. Dies geht oft einher mit dem Ziel, generell fit zu sein (oder zu werden) und etwas für die Gesundheit zu tun. Aber auch für jemanden, der schon eine andere Sportart betreibt, kann zusätzliches Ausdauertraining eine gute Ergänzung sein, um die nötige Kondition zu erlangen. Erfahrungsgemäß kommt gerade bei Mannschaftssportarten, die im Verein ausgeübt werden, diese Art des Trainings (zumindest im Hobbybereich) oft zu kurz oder findet gar nicht statt.
Egal, warum man sich für ein Fitnesstraining entschieden hat, wichtig ist, das man das Training richtig betreibt. Neben guter Ausrüstung und passender Ernährung bedeutet “richtiges Training” in diesem Zusammenhang, dass man die Intensität des Trainings richtig wählt und zwar in Abhängigkeit vom gewünschten Trainingsziel. Eine ganz entscheidene Rolle spielt dabei der Puls.
Denn nur wenn man im passenden Pulsbereich trainiert, erzielt man den gewünschten Effekt.Um den richtigen Pulsbereich zu ermitteln, d.h. die Höhe des Pulses, der während des Trainings erreicht werden soll bzw. darf, muss zunächst der so genannte Maximalpuls ermittelt werden. Der Maximalpuls ist der (ganz individuelle!) höchstmögliche Puls, den man bei voller körperlicher Belastung überhaupt erreichen kann. Den Maximalpuls kann man auf verschiedenen Wegen ermitteln. Der einfachste ist die allgemein verwendete simple Formel: 220 minus Lebensalter. Also für eine(n) 30-Jährige(n) ergäbe das einen Maximalpuls von 190 Schlägen pro Minute. Eine andere Möglichkeit ist ein Test in einem entsprechend qualifizierten Fitnessstudio. Natürlich kann man den Maximalpuls auch ermitteln, indem man sich eben tatsächlich maximal belastet und dann den Puls misst. Dies ist aber nur kerngesunden Menschen zu empfehlen und nur unter Aufsicht, da es auch Risiken birgt, an die körperliche Leistungsgrenze zu gehen!
Hat man den Maximalpuls erst einmal ermittelt, kann man nun den Puls bestimmen, mit dem man trainieren will. Wie hoch der Puls beim Training sein sollte, ergibt sich nämlich aus dem gewünschten Trainingsziel, wie hier an den beiden Beispielen “Abnehmen” und “Kondition verbessern” gezeigt werden soll:

Abnehmen
Um durch Training (also Laufen, Rad fahren o.ä.) Gewicht zu verlieren, gilt die generelle Regel: Weniger intensiv, d.h. weniger schnell, und dafür längere Zeit bewegen. Der Grund ist, dass nur beim langsamen Laufen und erst nach einer gewissen Zeit Fett verbrannt wird. (Die Vorgänge sind etwas komplizierter, dies soll aber als Erklärung reichen.) Der ideale Puls für das so genannte Fettstoffwechseltraining liegt bei 60 bis 70 Prozent des Maximalpulses. (Dass zum Abnehmen nur Training alleine nicht reicht, sondern oft eine Ernährungsumstellung nötig wird, ist allgemein bekannt und wird hier nur der Vollständigkeit wegen erwähnt.)

Kondition verbessern
Um die Kondition, d.h. die Ausdauer zu verbessern, muss man in einem höheren Pulsbereich trainieren als beim Training zum Zwecke des Abnehmens. Der Puls sollte hier im Bereich von 70 bis 80 Prozent des Maximalpulses liegen. Für eine allmähliche Verbesserung der Fitness und Konditon reicht dies in der Regel vollkommen aus. Um gezielter zu trainieren, muss man die Trainingseinheiten variieren und kann – als fortgeschrittener Sportler – auch teilweise im Pulsbereich von 80-90 Prozent trainieren. Aber auch hier gilt natürlich: Wer sich über seine gesundheitliche Leistungsfähigkeit nicht im Klaren ist, sollte sich vom Arzt beraten und untersuchen lassen.

Bleibt zum Schluss die Frage, wie man am besten den Puls beim Training ermitteln bzw. überwachen kann, um im o.g. Pulsbereich zu bleiben. Neben dem eher ungenauen Pulsfühlen, geschieht dies am einfachsten durch den Einsatz von Pulsuhren. Dazu schnallt man sich einen Brustgurt um, der den Herzschlag misst und per Funk an die Pulsuhr am Handgelenk weitergibt, den diese dann anzeigt. Bei den meisten Pulsuhren kann man einen Pulsbereich einstellen, in welchem man trainieren möchte. Gerät der Puls während des Trainings außerhalb dieser Grenzen, so gibt die Pulsuhr ein akustisches Signal, so dass man sein Training sofort anpassen kann, z.B. in dem man schneller oder langsamer läuft. Auf diese Weise vermeidet man risikoreiche Überbelastungen und stellt sicher, dass das Training optimal erfolgt.

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