Olivenöl und seine Güteklassen

Nach dem großen Olivenölskandal im Jahre 1988, als vermeintlich hochwertige Öle mit erheblichen Perchlorethylenbelastungen aus dem Handel gezogen wurden, sah sich die EG zum Handeln gezwungen. Seit dem 1.1.1990 gelten für Olivenöl verbindliche Bestimmungen zur Deklarierung. Es gelten folgende Qualitätsnormen:

  1. Olivenöl der 1. Güteklasse trägt die Aufschrift “Natives Olivenöl extra“
    Das Öl wird durch sanfte Pressung gewonnen, der Anteil der freien Fettsäuren darf höchstens 1 g auf 100 g Öl betragen. Freie Fettsäuren sind keineswegs schädlich, sie verleihen dem Öl aber einen kratzigen Geschmack, deshalb dient ihre Konzentration auch als Qualitätskriterium.
  2. Olivenöl der 2. Güteklasse wird deklariert als “Natives Olivenöl”
    Dieses Öl wird stärker gepresst, und sein Anteil freier Fettsäuren darf 2 g auf 100 g Öl nicht überschreiten. Es wird bei uns in Deutschland allerdings sehr selten angeboten.
  3. Olivenöl der 3. Güteklasse darf sich nur schlicht “Olivenöl” nennen.
    Dieses Öl kann unter Zuhilfenahme chemischer Lösungsmittel extrahiert und raffiniert worden sein. Zur Geschmacksverbesserung und natürlichen Farbgebung wird oftmals natives Olivenöl beigemischt.

Für kein anderes Öl gelten so strenge Qualitätsvorschriften wie für das Olivenöl, trotzdem stoßen Ämter bei Qualitätsüberprüfungen immer wieder auf Täuschungsmanöver. Der Kauf von Olivenöl ist Vertrauenssache, insbesondere bei teuren Qualitätsölen der Klasse 1 und 2. Deshalb sollten Sie Ihren Händler gezielt auswählen. Sie sollten darauf achten, dass genau vermerkt ist, woher das Öl stammt, aus welchem Land oder aus welcher Provinz, und vor allem von welchem Olivenbauern bzw. von welcher Genossenschaft es hergestellt wurde.

Verlinken Sie diesen Artikel auf Ihrer Webseite:

nach oben |

Ranking-Hits