Wie kann man die Aufmerksamkeit und die Konzentration von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen erfolgreich verbessern?
Methylphenidat und Amphetaminpräparate sind die am häufigsten eingesetzten Stimulanzien bei einer Konzentrations- und Aufmerksamkeitsstörung, besser bekannt unter den Medikamentennamen, wie Ritalin, Medikinet, Equasim oder Concerta.
Wie wirken diese pharmalogischen Stimulanzien, und was passiert tatsächlich im Gehirn, bei Kindern, Jugendlichen oder Erwachsenen, die unter dem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom (ADHS) leiden?
Ein kurzer Blick hinter die Kulissen, hinein in unseren Hirnstoffwechsel:
Es gibt einen Teilbereich im Gehirn, der zuständig ist für die Aufmerksamkeit und die Bewegung. Diese Bereiche werden über Botenstoffe, sogenannte Neurotransmitter, wie Dopamin, Serotonin und Noradrenalin, reguliert.
Mangelt es z.B. an Dopamin, können Aktivitäten des Nervensystems, die unsere Gefühle und unser Verhalten steuern, nur unzureichend beeinflusst werden.
Der Stoff, aus dem Gefühle gemacht werden
Neurotransmitter sind chemische Botenstoffe, die die Verbindung zwischen zwei Nervenzellen herstellen. Unser gesamtes Nervensystem, das Denken, Fühlen und Handeln basiert auf dieser elektrischen Reizweiterleitung in den Nerven.
Wo zwei Nerven in Kontakt miteinander treten (Synapse), wird der Impuls auf chemischem Weg über Neurotransmitter übertragen.
Dopamin, Serotonin und Noradrenalin sind solche Neurotransmitter und beeinflussen maßgebend unser Wohlbefinden.
Ursache und Wirkung:
An der Universitätsklinik in Jena versuchen Forscher der Ursache für die Aufmerksamkeits-Störung auf die Spur zu kommen.
Die Forscher stellten fest, dass einige entscheidende Hirnregionen bei den ADS-Patienten mangelhaft aktiviert werden, was schließlich zu einer Störung in der Weiterleitung von Reizen mündet. Der Botenstoff Dopamin scheint hier eine wichtige Rolle zu spielen.
Laut Professor Bernhard Blanz von der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie an der Uni-Jena, gibt es starke Hinweise, dass im frontalen Bereich eine Dopamin-Unterfunktion vorliegt, die wahrscheinlich für das impulsive und ungesteuerte Verhalten verantwortlich ist.
Dagegen liegt in einem anderen Bereich eine Dopamin-Überfunktion vor, die das hypermotorische Verhalten verursachen könnte.
Man geht heute davon aus, dass bei einer Stimulanzientherapie mit Medikamenten die Menge an Botenstoffen besser reguliert wird.
Die Folge für den Betroffenen, der medikamentös behandelt wird, ist eine Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit, der Aufmerksamkeit und eine Minderung des körperlichen Getriebenseins.
Offensichtlich wirkt die Stimulanzientherapie deshalb so effektiv, weil sie die Weiterleitung des Informationsflusses wieder besser gewährleistet, optimiert und regelt, wie eigentlich von der Natur vorgesehen.
Die Arbeiten von Dr. Fritz Held, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, von Levi und Colin R. Wilsher können zu der Annahme führen, dass diese Medikamente nicht nur für eine verbesserte Weiterleitung der Botenstoffe und Regulierung dieser Funktionen führen, sondern, dass das Wachstum dieser Hirnzellen in diesem Bereich darüber hinaus stimuliert wird.
Als Folge wird das neuronale Netzwerk selbst immer dichter und funktionstüchtiger. Es reift nach.
Dies unterstützt und bestätigt die Beobachtungen in der Praxis von Frau Dr. med. Ingrid Just und Frau Dr. med. Roswitha Spallek, beide Kinderärztinnen und Psychotherapeutinnen, dass die Betroffenen allmählich keine Stimulanzien mehr benötigen.
Spezialisten berichten, dass bei einer ausgewogenen und individuellen Dosierung bei 80% der Betroffenen eine Verbesserung erzielt wird.
Erfahren Sie mehr über den Umgang mit ADHS und lesen und hören Sie was Experten zum Thema ADS/ADHS zu sagen haben. Joe Kennedy, Leiter des Tuttlinger Instituts „Kreatives Lernen“ ist Lehrer und Erzieher und setzt sich mehr als 30 Jahren für Kinder und Jugendliche mit Lernschwächen, ADS und ADHS ein.
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