Buchpreisbindung: Argumente für und wider
Ein häufig genanntes Argument für die Beibehaltung der Preisbindung ist die Existenzsicherung des regionalen Buchhandels. Durch die Aufhebung der Preisbindung würden kleine Händler in einen aussichtslosen Preiskampf mit den großen Ketten und Versendern getrieben werden. Kritiker bemängeln, dass der Verbraucher vor allem an günstigen Preisen interssiert sei und daher über höhere Preise den regionalen, kleinen Buchhandel entgegen seiner Interessen quersubventioniert. Andererseits ist gerade für ältere Menschen der Online-Händler keine Alternative, so dass eben doch erhebliche Teile der Bevölkerung ein Interesse an der Existenz des lokalen Buchhandels haben.
Ein anderes Argument ist die kulturelle Viefalt: durch die Gewinnträchtigen Megaseller werden die Nischenprodukte, insbesondere kulturelle Themen nach wie vor veröffentlicht und sind einem sehr kleinen Käuferkreis auch preislich zugänglich. Ohne die Preisbindung würden solche Werke astronomisch teuer und damit vom Markt verschwinden. Der freie Zugang zu Bildung wäre dadurch ebenfalls gefährdet.
Es gibt also gute, wirklich sehr gute Gründe für die Buchpreisbindung, aber eben auch gute Argumente dagegen. Viele Kinderbücher sind beispielsweise nur in Kleinstauflagen erschienen und wären ohne Buchpreisbindung unbezahlbar. Dabei ist gerade die Lesekompetenz der Kinder von zentraler Bedeutung für ihre Entwicklung – und Lesekompetenz erwerben Kinder bereits durch vorgelesenes. Die Belletristik finanziert somit die wirklich wichtigen Bücher mit.
Verlinken Sie diesen Artikel auf Ihrer Webseite: