Um die Erfindung des Porzellans zu beschreiben, muss in der Geschichte etwas weiter zurückgegangen werden. Seit mehr als 26.000 Jahren kennen die Menschen den Ton als formbares Material, welches durch Brennen gehärtet werden kann. Die Techniken zur Herstellung und Verzierung von Keramik wurden im Laufe der Zeit immer weiter verfeinert. Mit Glasuren konnte später eine Versiegelung der wasserziehenden Oberfläche erreicht werden. Eine wahre Meisterschaft erlangten chinesische Handwerker. Sie waren in der Lage, komplizierteste Formen aus Ton zu fertigen – das herausragendste Beispiel hierfür ist die Terrakotta-Armee des ersten Kaisers Qin Shi: Mehr als 7000 lebensgroße Tonfiguren bewachen seit mehr als 2 Jahrtausenden das Grab des Herrschers.
Die Exprimentierfreudigkeit der Chinesen führte vermutlich im 7. Jahrhundert zur Herstellung des ersten Porzellans.
Porzellanerde findet sich überall dort, wo Granit und Feldspat verwittern. Ein besonderer Ort hierfür war der chinesische Berg Kao-Ling: Er lieferte eine besonders reine Mineralkomposition, welche bei richtiger Vorbehandlung und dem entsprechenden Brennen der heutigen Feinkeramik erstaunlich nahe kommt. Diesem Berg verdankt einer der Grundstoffe bei der Herstellung von Porzellan auch seinen Namen: Kaolin.
An Erfahrungen mit den einzelnen Bestandteilen von Porzellan fehlte es den Handwerkern nicht. Hauptbestandteil aller Glasuren von Ton- und Keramikwaren ist Quarz, bei verschiedenen Rezepturen wird auch Feldspat und Kaolin verwendet. Es mussten aber nochmals fast 700 Jahre vergehen, bis die ersten dekorierten Stücke auftauchten: Die Brenntemperatur von Porzellan ist so hoch, dass keine herkömmliche Farbe Verwendung finden konnte. Schließlich gelang dies durch Kobaltoxid – dem sogenannten Unterglasurblau. Noch heute ist das weiß-blaue Porzellan auf dem Weltmarkt eines der Erfolgreichsten.
Nach der Formgebung erfolgt der erste Brand bei 850°-950° C – man spricht hierbei von geglühtem Scherben. Die Oberfläche ist noch saugfähig und nimmt sowohl Unterglasurfarben, als auch die Glasur selbst auf. Im Scharffeuerbrand bei 1300°-1410° C, der mehr als 36 Stunden dauert, wird das Material gesintert und erhält so seine Härte und Widerstandsfähigkeit.
Soll weiß gebranntes Porzellan mit Farben oder Metallen dekoriert werden, kommen spezielle Rezepturen zum Einsatz (diese sind streng gehütete Geheimnisse der Manufakturen). Schließlich erfolgt der Dekorbrand bei 800°-900° C.
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Kategorie: Haus und Heim - Sonstiges