Wird Kaminholz knapp?

Angesichts steigender Heizölpreise scheinen immer mehr Menschen auf Kaminholz bei der Wohnungsheizung umsteigen zu wollen. Den Eindruck bekommt man auf jeden Fall, wenn man sieht, dass plötzlich in den Kantinen in der Mittagspause das Thema Brennholzbeschaffung heiß diskutiert wird. Insidertipps werden gehandelt und Bezugsquellen ausgetauscht, nicht jedoch bevor man zu mindestens letzteres selber ausgecheckt hat.

Ein ganz neuer Trend sind auch Kurse für den richtigen Umgang mit einer Kettensäge, damit das Bäumefällen im Wald nicht zu einem Kettensägenmassaker wird. Da kann man dann ein Wochenende lang eine Art Führerschein machen. Veranstalter sind (oh Wunder) oft die Hersteller von den Kettensägen selbst, die sich dann ihre Verkaufsveranstaltungen auch noch bezahlen lassen.

Das Verheizen von Holz ist in der Theorie sehr umweltfreundlich, weil die CO2-Bilanz neutral ist. Natürlich ist ein konventioneller Kamin nicht gerade eine Ausgeburt an Energieeffizienz im Sinne von Energieausbeute. Da sind Pelletkessel schon effizienter. Pelletkessel verbrennen, wie der Name schon sagt, kleine Pellets aus Holz. Diese werden heute mit einer so genannten Förderschnecke in die Brennkammer eingebracht, so dass man mehr oder weniger komfortabel heizen kann, wie mit einer guten alten Zentralheizung.

Weil im Moment alle Welt auf diese Formen der Heizung aufspringen (vor allem Lehrer, weil die viel Zeit haben), werden mancherorts die Vorräte an Brennholz und Pellets knapp. Das gleiche Phänomen erleiden Häuslebauer, weil die Chinesen scheinbar alle Rohstoffe dieser Welt aufsaugen.

Wer also einen kleinen Privatwald sein eigen nennt, der kann sich glücklich schätzen. Da kann man dann ausreichend Holz für die eigene Heizung organisieren. Man sollte das Holz dort aber auch nicht zu lange arglos rumliegen lassen…

Klaus-Martin Meyer

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