Der Karikaturist
Der Zeichner legte zwei Finger an die Schläfe und kniff die Augen zusammen. Es galt eine Idee für eine Karikatur zu finden. Langsam geriet er in Not. Mit seinen Ideen war es bestellt wie mit seinem Konto: Die Vorräte waren ausgeschöpft – nur überziehen ließ sich das Ideenkonto nicht.
Wenn er der Zeitung keine Cartoons mehr liefern würde, wäre er raus aus dem Geschäft.
Morgen war der Abgabetermin und heute die Nacht davor.
Noch einmal gab sich der Karikaturist in Gedanken an die Themen der Artikel, die er in der Zeitung gelesen hatte. Immer die gleiche Innenpolitik: Die Regierung ringt um einen Entschluss und der Rest des Artikels war gefüllt mit den Meinungen derjenigen, die den Entschluss kritisierten. Wo soll denn da die Idee für eine Karikatur herkommen?
Könnte man ausdrücken, dass die Wirtschaft und die Medien heutzutage die Politik machen. Genau, denkt er, ich male die Politiker als Marionetten geführt durch Medien und Wirtschaftsbosse. Sogleich zieht sein Stift über das Papier, skizziert grob die Politiker, die an den Fäden hängen.
Wie irre lachte er erneut, nahm seinen Stift, malte eine große gelbe Gummiente, die im weiten Ozean vor sich hinschaukelt – rief dann: Wie macht die Ente?
„Quiek!“ . . . und lachte – lachte und lachte.
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