Abriss der Videospielgeschichte
Der Markt der Videospiele änderte sich rasant. Nur wenige Jahre später, Mitte der 80er Jahre, war Ataris Erfolg bereits wieder Geschichte und die Heimcomputer starteten Ihren Siegeszug. Im Jahresrhythmus kamen neue Heimcomputer auf dem Markt, die sich in Ihrer Technik und Konzeption teilweise stark voneinander unterschieden. Zahlreiche Firmen versuchten mit unterschiedlichem Erfolg neue Heimcomputer am Markt zu etablieren. Commodore wurde mit dem “Brotkasten” C-64 schnell zum Martkführer. In dieser Zeit wurden sehr viele Spielkonzepte entwickelt, auf die heute noch zurückgegriffen wird. Der Commodore Amiga war der letzte erfolgreiche Vertreter eines klassischen Heimcomputers.
Zeitgleich hat Nintendo mit seinem Gameboy und den Konsolen NES und später Super Nintendo sowie in geringerem Maße auch Sega Erfolg auf dem Markt der Spielkonsolen. Technisch betrachtet waren diese Konsolen den damaligen Heimcomputern ebenbürtig. Anfang der 90er Jahre zogen die PCs in die Privathaushalte ein. Obwohl die technische Plattform nicht für Videospiele entwickelt wurde und auch nicht gut geeignet ist, setzte sich der PC überraschenderweise als Spieleplattform durch. Bis Mitte der 90er Jahre waren die Spiele für den PC technisch auf niedrigem Niveau. Zu diesem Zeitpunkt stieg Sony mit der Playstation in den Videospielmarkt ein und wurde schnell zum Martkführer. Die Konkurrenz durch Sega (Dreamcast) und Nintendo (N64, später GameCube) war gering. Bis zur Einführung der XBox durch Microsoft hat Sony den Markt fast alleine bestimmt. Die Spiele für diese sogenannten “Next Generation Konsolen” zeichneten sich weniger durch pfiffige oder gelungene Konzepte als vielmehr durch Grafikpower aus. So entstanden unzählige Sportspiele, Autorennen und Ego-Shooter, die sich prinzipiell sehr ähnlich sind und nur durch detailliertere Bildschirmdarstellungen unterscheiden. Die Technik-Schlacht dauert bis heute an. Nintendo hat diese Entwicklung erkannt und versucht mit seiner Konsole Wii durch neuartige Bedien- und Spielkonzepte den Markt zu erobern. Dieser Umstand könnte den nächsten Wendepunkt in der noch kurzen, aber dennoch lebhaften Geschichte der Videospiele darstellen.
Ausblick: die Spirale der technischen Aufrüstung hinterlässt bereits ihre Spuren. Die beiden Marktführer Microsoft und Sony verdienen mit Ihren Spielkonsolen aufgrund der hohen Gerätepreis-Subventionen kein Geld. Im Gegensatz dazu arbeitet der kleinere Konkurrent Nintendo durch immer neue Spielideen und Konzepte profitabel. Die Einführung des Wii könnte den Marktanteil Nintendos deutlich erhöhen und somit eine neue Revolution des Videospielmarkts auslösen: Weg von den Grafikschlachten, hin zu innovativen Konzepten. Ein reizvoller Gedanke jedoch eher unwahrscheinlich ist es, dass die Heimcomputer eine Renaissance erleben.
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