Erotische Literatur
literarische Werke, welche für die Jugend nachbearbeitet wurden und die Erotik in ihrer Aussage fast vollständig entfernt oder verändert wurde. Dies gilt besonders für antike Schriften. Sogar bei Märchensammlungen wie Grimms Märchen, oder verschiedene Volkslieder wurden erotische Stellen entfernt und sexuelle Bezeichnungen unterdrückt. Das Verbot und die strenge Zensur erotischer Literatur begann erst im 17 Jahrhundert.
Erotische Schriften wurden häufig dazu benutzt um gegen Missstände, Unterdrückung und religiöser Einengung anzugehen und fortschritliche Ideen zu propagieren. Bis Mitte des 20 Jahrhunderts sind Restriktionen bestehen geblieben. Trotzdem wurde erotische Literatur immer gedruckt, wenn auch nicht in der Öffentlichkeit vertrieben und nur für bestimmte Gesellschaftsschichten erreichbar. Erotische Literatur unterscheidet sich von Pornographie darin, dass hier nicht das sexuelle überwiegt und mit Geist geschrieben wird. Gerade die Antike befasste sich sehr stark mit Erotik, allerdings sind die meisten Werke nicht direkt überliefert. Von vielen Schriften erfahren wir nur, weil sie von anderen Autoren erwähnt werden. Zu den bekannten literarischen Werken aus der Antike zählen zum Beispiel: Erotika von Lukian, Hetärengespräche oder Menanders sehr erotische Epigramme. Es wurde sehr viel über Mädchen oder Knabenliebe geschrieben, aber auch über sexuelle Praktiken oder Verführungskünste und Bordellszenen gab es Abhandlungen. Das bekannteste Werk über die Liebeskunst ist das Kamasutra von Vatsyayana und wurde um das Jahr 350 verfasst. Zirka 1000 Jahre später verfasste Kalyanamalla das Anangaranga, welches Liebeszaubersprüche und Rezepte enthält. In den Hindu Tempeln sind noch heute die in den beiden Werken beschriebenen Stellungen an den Wandfriesen zu sehen. Auch in den Märchen aus Tausend und einer Nacht finden sich erotische Passagen wieder. Hier wurden teils indische und persische Quellen verwendet.
Wunderlichstes Buch der Bücher ist das Buch der Liebe. Aufmerksam hab ichs gelesen: Wenig Blätter Freuden, Ganze Hefte Leiden. Einen Abschnitt macht die Trennung. Wiedersehn! ein klein Kapitel, Fragmentarisch. Bände Kummers, mit Erklärungen verlängert, Endlos ohne Mass.
(Johann Wolfgang von Goethe)
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