Moderne Malstile
Der Impressionismus entstand Mitte des neunzehnten Jahrhunderts in Frankreich und verbreitete sich von dort bald nach ganz Europa. In dieser für die Zeit revolutionären Malweise stehen Farbe und Licht im Vordergrund. Die Künstler malten vermehrt im Freien, wobei Lichteinfall und Stimmungen einen großen Einfluß auf die Werke der Maler hatte. Der Name dieses Malstils leitet von dem Bild mit dem Namen *Impression, soleil levant* (1872) von Claude Monet mit der Darstellung eines Hafens in Morgenstimmung ab. Die Maler des Impressionismus versuchten einen Gegenstand in seiner augenblicklichen, zufälligen Erscheinungsform zu erfassen statt in seiner inhaltlichen Bedeutung.Die Impressionisten bevorzugten helle, reinbunte Farben und malten nicht strukturlose Flächen, sondern setzten komplementäre Kontrastfarben als Flecken eng nebeneinander, so dass diese bei der Betrachtung aus einiger Entfernung ineinander fließen. Bekannte impressionistische Künstler waren unter anderem Manet, Monet, Pissarro, Sisley, Degas oder Renoir. Cézanne und van Gogh gehören ebenfalls zu den impressionistischen Künstlern. Viele Bilder dieser Maler haben als Reproduktionen den Weg in die Wohnzimmer gefunden.
Expressionismus
Der Expressionismus war eine künstlerische Bewegung im frühen 20. Jahrhundert (1905 – 1925) besonders in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern, bei der die expressive Ebene gegenüber der ästhetischen, appellativen und sachlichen Ebene überwiegt. Im Gegensatz zum Impressionismus, erstrebte der Expressionismus eine Kunst des seelischen Ausdrucks an, die als Merkmale kräftige Konturen, Ausdruckskraft der Linien und eine abstrahierende Vereinfachung des Gegenständlichen aufweist. Die Elemente Farbe, Dynamik, Gefühl lassen sich in nahezu jedem expressionistischen Kunstwerk finden. Der Expressionismus ging im wesentlichen von der *Die Brücke* aus, einer Künstlergemeinschaft, die unter anderem aus den Künstlern Kirchner, Heckel, Schmidt-Rottluff und Bleyl bestand und 1905 gegründet wurde. 1911 gründete Wassily Kandinsky mit Franz Marc die Künstlergemeinschaft *Der blaue Reiter*, der später auch August Macke, Paul Klee und andere Künstler angehörten. Ziel dieser Gruppe war es, die bisherigen Grenzen des künstlerischen Ausdrucksvermögens zu erweitern; auf diese Weise wurde die Grundlage der abstrakten Malerei geschaffen. Im dritten Reich wurde der deutsche Expressionismus zur entarteten Kunst erklärt.
Abstrakte Malerei
Als abstrakte Malerei bezeichnet man eine sehr vielfältige Kunstform mit vielen Stilrichtungen, die auf die Abbildung von Gegenständen, Personen oder Landschaften fast völlig verzichtet. Die Malerei löst sich vom Gegenständlichen und gibt damit die Realität auf. Sie bildet nicht die konkrete, sichtbare Wirklichkeit, sondern abstrakte oder abstrahierte Bewegung, Form, Farbe, Strukturen, Muster ab. Die reine Komposition rückt dabei in den Vordergrund der künstlerischen Arbeit. Die Künstlergemeinschaft *Der blaue Reiter* ursprünglich ein expressionistische Bewegung, hatte später das Ziel die bisherigen Grenzen des künstlerischen Ausdrucksvermögens zu erweitern, auf diese Weise wurde die Grundlage der abstrakten Malerei geschaffen.
Jugendstil
Die Zeit des Jungendstils war von den letzten Jahren 19. Jahrhunderts bis zum Jahr 1914. Typisch sind Ornamente floralen oder geometrischen Ursprungs mit deutlicher Neigung zu Verfremdungseffekten, Phantasie und Sinnlichkeit werden so in den Vordergrund gerückt. Gustav Klimt, Ferdinand Hodler, Charles Rennie, Mackintosh und Albert von Keller sind einige Hauptvertreter des Jugendstils.
Ganz besonders die Werke Gustav Klimts finden sich nicht nur im Original bei Christies (um zig Millionen) sondern auch im Online Kunsthandel als Reproduktionen zu erschwinglichen Preisen.
Kubismus
Unter Kubismus versteht man eine Stilrichtung in der modernen Kunst, vor allem in der Malerei, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihre stärkste Ausprägung hatte. Der Kubismus führte zu einem Wendepunkt in der Malerei und bildet den Anfang der abstrakten und nichtsachlichen Kunst. Der Kubismus hat als gestalterisches Ziel die Erfassung der Natur durch Zylinder, Kugel und Kegel erstrebte. Picasso machte im Jahre 1907 mit seinem Bild *Les Demoiselles d´Avignon* den Anfang. Bei der Stilrichtung des Kubismus verlor die natürliche Gegenständlichkeit ihre Bedeutung. Die Farbskala wurde verkleinert und die Formen in kantige Facetten aufgesplittert. Bekannte Vertreter des Kubismus sind neben Picasso auch Umberto Boccioni und Juan Gris.
Bei Pop Art handelt es sich um eine Kunstrichtung, die in den 50er Jahren in den USA und in England geprägt wurde. Objekte des Massenkonsums wurden zusammengestellt, um die Grenze zwischen Kunst und Alltagsrealität aufzuheben. Banales wurde zur Kunst erhoben und an das Auge des Betrachters herangebracht. Zu den Künstlern der Pop Art zählen Andy Warhol, Robert Rauschenberg, Jasper Johns und Roy Lichtenstein.
Surrealismus
Der Surrealismus war eine künstlerische und literarische Bewegung des 20. Jahrhunderts, die sich vom psychoanalytischen Begriff des Unbewussten inspirieren ließ. Die von Breton geführte Bewegung suchte, im Anschluss an die Psychoanalyse Freuds, die eigene Wirklichkeit des Menschen im Unterbewussten und verwertete Rausch- und Traumerlebnisse als Quell der künstlerischen Eingebung. Als bekannteste Künstler des Surrealismus sind Dali, Chagall und Miró zu nennen.
Autor und copyright Hans Biedermann
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