Masskleidung – Individuelle Mode

Kleidung gehört seit Jahrtausenden zum Alltag des Menschen, vor etwa 3000 Jahren erblickte das erste Hemd seinen Träger – natürlich noch nicht in der Form, wie wir es heute kennen. So kam z.B. die Knopfleiste erst um 1900 zur Standardaustattung eines Oberhemdes dazu, vorher wurde das Hemd gewöhnlich auch nicht als Oberhemd getragen, sondern gehörte zur Unterbekleidung. Während in früheren Jahrhunderten die Kleidung oft direkt für den zukünftigen Besitzer angefertigt wurde und somit in gewisser Weise der Vorgänger der heutigen Massmode war, so geriet die Maßanfertigung von Kleidungsstücken im Zuge der Industriealisierung immer weiter in den Hintergrund. Auf Grund der hohen Preise gegenüber der Massenfertigung wurde die Massmode zu einem Privileg weniger besser Verdienender, die wegen ihres Jobs z.B. als Vertreter oder Geschäftsführer, auf die individuelle und perfekt sitzende Kleidung hohen Wert legen.

Auch wenn Bekleidung aller Art nach dem Ende des letzten Weltkrieges immer billiger wurde und die Leute gleichzeitig mehr verdienten, so füllten sich die Kleiderschränke meist trotzdem nur mit normaler Kleidung aus der Massenfertigung. Vom Prinzip her ist dies ja nicht verwerflich, aber in bestimmten Kreisen reicht für das äußere Erscheinungsbild nicht das Tragen eines schicken Anzuges und einer Seidenkrawatte, nein, da muss es mehr sein – nämlich perfekt. Wer selbst maßgefertigte Kleidung trägt, achtet auch bei anderen auf den Sitz des Hemdes und seiner Nähte. Aber nicht nur Menschen aus entsprechenden gesellschaftlichen Verhältnissen benötigen Masshemden usw., auch für Menschen mit nicht durchschnittlichen Körperformen, egal ob superdünn oder übergewichtig, bietet Massmode die – teilweise sogar einzige – Möglichkeit, um gute Kleidung zu erhalten, die auch vernünftig sitzt.

Auf Maß fertigen läßt sich eigentlich fast alles, egal ob Hemden, Blusen, Anzüge, Kostüme oder Schuhe. Auch Jeans, Röcke u.ä. kann man maßfertigen lassen. Individuelle Manschettenknöpfe, Stickereien und andere Kleinigkeiten runden das Gesamterscheinungsbild ab. Accessoires wie Manschettenknöpfe können auf das Hemd oder die Krawatte abgestimmt sein, auch Initialen sind dort möglich. Oder wie wäre es mit einem Gürtel mit den eigenen Initialen? Was bis vor wenigen Jahren blieb, war der extrem hohe Preis für derartigen Individualismus. Seit 2004 kann man allerdings auch in Deutschland preiswerte Massmode beziehen, die über einen Direktvertrieb angeboten wird und dabei die niedrigen asiatischen Produktionskosten mit der fehlenden Lagerhaltung ohne Ladengeschäfte ausnutzt. Masskleidung muss also nicht teuer sein.

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