Wenn es um Hunderstel geht

Wie halten wir es mit der Genauigkeit?

Begnügen wir uns nicht häufig mit Schätzungen oder verlassen uns auf Werte, die andere vor uns ermittelt haben? Wer kommt schon auf den Gedanken, die Entfernung von Hamburg nach Berlin nachzumessen? Der Tacho zeigt uns die Anzahl der zurückgelegten Kilometer an. Genaue Meterangaben interessieren uns nicht. Sie fordert nicht einmal das Finanzamt, wenn wir die Fahrt als Dienstreise ansetzen. Nur wenn unsere Angaben erheblich von den Zahlen abweichen, die in Atlanten oder Kalendern nachzuschlagen sind, müssen wir belegen, warum wir einen Umweg gefahren sind und wie lang er tatsächlich war.

Wie würden Sie jemanden bezeichnen, der Ihnen sagt, dass er von zu Hause bis zu seiner Arbeitsstelle 19 Kilometer, 35 Meter und 8 Zentimeter zurücklegen musss? Als Spinner, als Pedanten. Wir würden ihm einen Vogel zeigen. Es gibt aber Situationen, in denen Schätzungen oder ungenaue Ablesungen nicht ausreichen. Niemand geht eine Gardine kaufen und sagt: „Unser Fenster ist ungefähr zwei Meter hoch“. Auch einen Schrank erwirbt man nicht, ohne vorher mit dem Massband oder Zollstock festgestellt zu haben, wieviel Platz zur Verfügung steht.

Mitunter ist jedoch absolute Genauigkeit gefragt.

So in Industrie, Wissenschaft und Forschung oder im Modellbau. Da geht es nicht um Meter und Zentimeter. Selbst nicht um Millimeter. Wo es auf Präzision und Genauigkeit bei der Feststellung von Längenmassen ankommt, werden Bügelmessschrauben eingesetzt. Sie sind ein unentbehrliches Werkzeug in der Mess- und Prüftechnik. Mit der Genauigkeit von einem Hunderstel Millimeter können mit ihnen exakte Messungen durchgeführt werden.

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