Schwarzer Humor

Lachen erlaubt?

Schwarzer Humor ist einer der schwierigsten. Denn eigentlich lacht man dabei über Dinge, über die man gar nicht lachen dürfte. Da ist ein machohafter Autofahrer, der einer Blondine hinterher schaut, gegen ein Hindernis gefahren ist und sich verletzt hat. Eigentlich nicht komisch, aber dann doch wieder zum Schreien. Vor allen Dingen die Blondine wird feixen, was das Zeug hält.

Was genau ist also schwarzer Humor? Würde man eine Grenze zwischen gutem und schlechtem Geschmack ziehen, und sich den schwarzen Humor als einen kleinen Jungen vorstellen, würde der immer dreist auf die schlechte Seite hüpfen und der guten von dort aus eine lange Nase drehen. Manchmal würde er sich auch ganz in den Gefilden des schlechten Geschmacks verlieren – dann wird der schwarze Humor extrem tiefschwarz. Darf man über diesen wirklich lachen? Ist es nicht unmoralisch? Der schwarze Humor bezieht seine Wirkung genau aus diesem Spannungsfeld zwischen Witz und Scham. Wichtig ist dabei, dass man sich mit der Situation oder einer Person im Witz positiv identifizieren kann. Ein Mensch, der Eltern oder Großeltern in Auschwitz verloren hat, wird über einen Witz aus dieser Kategorie nicht lachen können.

Manchmal hilft schwarzer Humor uns aber auch gerade über Situationen hinweg, die so schrecklich sind, dass man eigentlich daran verzweifeln müsste. Dann stellt dieser so etwas wie Psychohygiene dar. Im Lachen entlädt sich die Anspannung, die sich durch die ausweglose Situation aufgebaut hat.
Schwarzer Humor ist respektlos, manchmal verletzend, aber trotzdem immer komisch – man kann sich seiner Wirkung schlecht entziehen. “Kommt ein Mann, der ein Messer im Rücken hat, zum Arzt. Der Doktor sagt: `Entschuldigung, die Praxis ist geschlossen`, zieht dem Mann das Messer aus dem Rücken und sticht es ihm ins Auge. `Aber gehen Sie doch zum Augenarzt, der hat noch geöffnet!` Gemein, oder? Aber war da nicht ein kleines Lächeln auf Ihrem Gesicht?

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