Gesundheitliche Aspekte von Kaffee

Kaffee ist das Lieblingsgetränk der Deutschen, als täglicher Bestandteil unserer Ernährung werden im Schnitt vier Tassen davon konsumiert. Rechnet man das aufs ganze Jahr hoch, so kommt man auf die stolze Summe von circa 160 Litern pro Person. Mit diesen Zahlen vor Augen scheinen ein paar Gedanken über die möglichen Auswirkungen von Kaffee auf die Gesundheit durchaus angebracht zu sein.

Viele der negativen Effekte, die dem Kaffee früher nachgesagt wurden, gelten mittlerweile als überholt. Kaffee sollte demnach den Insulin- und Blutzuckerspiegel erhöhen, den Blutdruck steigern, eine diuretische (entwässernde) Wirkung aufweisen und die Blutfette negativ beeinflussen. Alles in allem also sehr schlechte Eigenschaften mit drastischen Folgen für das Herz- und Kreislaufsystem.

Nun kommen wir aber zurück zur Realität. Als positiv wird die konzentrationsfördernde und aufmunternde Wirkung von Koffein hervorgehoben. Weiters wirkt es schlaffördernd, wenn man den Kaffe 10-20 Minuten vor dem zu Bett gehen trinkt. Bei alten Menschen und Säuglingen nimmt man Koffein zu medizinischen Zwecken um das Atemzentrum zu stimulieren.

Eine Tasse mit 125 ml Kaffee beinhaltet ungefähr 80-100 mg Koffein. Neben unzähligen chemischen Bestandteilen findet man die sekundären Pflanzenstoffe wie Cafestol und Cahweol. Diese beiden Inhaltsstoffe werden für die Erhöhung der Blutfette und den blutdrucksteigernden Effekt von ungefiltertem Kaffee (z.B. türkischem Kaffee) verantwortlich gemacht. Gefilterter Kaffee hingegen weist diese Eigenschaft nicht auf.

Die großangelegte CALM-Studie bescheinigte koffeinhaltigem Kaffee keinerlei negative Auswirkungen auf Blutfette (HDL, LDL, Gesamtcholesterin, Apolipoprotein B), Herzfrequenz, Blutdruck, Blutzucker, Insulinspiegel oder Body Mass Index (BMI). Unter anderem deshalb lockern die medizinischen Fachgesellschaften ihre Empfehlungen bzw. Einschränkungen bezüglich des Kaffeekonsums bei Patienten mit Bluthochdruck oder ähnlichen Krankheiten aus diesem Formenkreis.

Koffeinfreier Kaffee lies in diese Studie die Blutfette sogar in ungünstige Bereiche klettern. Nur bei übergewichtigen Personen mit einem BMI jenseits der 25 zeigte entkoffeinierter Kaffee eine günstige Wirkung, indem er das sog. „gute“ Cholesterin HDL ansteigen lies.

Auch die entwässernde Wirkung von Kaffee ist ein Märchen und durch zahlreiche Studien widerlegt. Eine Änderung der Flüssigkeitsbilanz im Sinne einer Entwässerung tritt nur bei Personen auf, die nicht regelmäßig Kaffee konsumieren.

Epidemiologische Studien weisen auch darauf hin, dass besagtes Bohnengetränk bei chronischen Krankheiten wie Diabetes mellitus , Parkinson oder Demenz durchwegs positive Auswirkungen haben kann, vor allem bei präventiver (vorbeugender) Anwendung.

Zwar tauchen immer wieder Studien auf, die dem Kaffee negative Effekte nachweisen, die großangelegten und wissenschaftlich relevantesten Untersuchungen sprechen aber dennoch eine relativ klare Sprache: Kaffee ist gesund und darf in moderaten Mengen (3-4 Tassen pro Tag) ohne schlechtes Gewissen getrunken werden.

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