VfB Stuttgart – Die Renaissance der “Jungen Wilden”
24. Mai 2003:
Am 34. Spieltag der Saison 02/03 trifft der VfB zuhause auf den VfL Wolfsburg. Man steht auf dem dritten Tabellenplatz und kann diesen durch einen Sieg gegenüber dem Viertplatzierten HSV verteidigen. Auf Rang 2: Borussia Dortmund, die ihrerseits durch einen Sieg gegen Absteiger Cottbus die Vizemeisterschaft und damit den direkten Einzug in die Champions-League klarmachen kann.
Der VfB geht mit einer Mannschaft aus vielen jungen und unerfahrenen Spielern auf den Platz, darunter unter anderem deutsche Nationalspieler wie Andreas Hinkel, Philipp Lahm oder Kevin Kuranyi. Trainer Felix Magath hat es geschafft aus der (finanziellen) Not eine Tugend zu machen und aus jungen, unerfahrenen Spielern eine Mannschaft zu formen, die durch Klasse, Einsatz und attraktives Spiel ganz Fußballdeutschland begeistern konnte.
Und die – die Geschichte ist bekannt – sogar die Vizemeisterschaft klarmachen konnte und in der Folgesaison u.a. mit Siegen gegen Manchester United, Glasgow Rangers oder Panathinaikos Athen auch in der Champions League für Furore sorgen konnte.
Um den Verein sanieren zu können, mussten in der Folgezeit wichtige Stützen aus dem Erfolgsteam abgegeben. Die nächsten zwei Jahre spielte der VfB zwar weiterhin guten Fußball, die großen Erfolge blieben jedoch aus.
Saison 2006/2007:
Nachdem sich mit Matthias Sammer und Giovanni Trapattoni zwei Trainer nach Felix Magath, der zum FC Bayern wechselte und dort zweimal infolge das Double aus Meisterschaft und DFB-Pokal holte, am VfB versuchten, wurde im Februar 2006 Armin Veh als sogennante “Übergangslösung” eingestellt. Keiner traute ihm zu, diese Mannschaft, die in der laufenden Saison alles andere als erfolgreichen und attraktiven Fußball spielte, wieder auf Vordermann zu bringen. Die ersten Monate unter Veh liefen auch alles andere als vielversprechend.
Doch das Management war – dem Unmut der Fans zum Trotz – von seinen Fähigkeiten überzeugt und verlängerte Vehs Vertrag um ein weiteres Jahr.
Und es zahlte sich aus: Der VfB Stuttgart kehrte zurück zu alten Tugenden. Mit Spielern wie Serdar Tasci, Samy Khedira, Mario Gomez, Andreas Beck oder Christian Gentner stehen fünf Spieler im Kader der Stuttgarter, die direkt aus der eigenen Jugend kommen und inzwischen zu festen Größen im Spiel der “Roten” geworden sind. Dazu zählen zur Stammformation weitere Spieler wie Cacau, Hitzlsperger, Hilbert, Osorio, Delpierre oder Boka, die alle weit unter 30 Jahre alt sind und dennoch mit zu diesem erfolgreichen und attraktiven Spiel der Schwaben beitragen.
Die “Jungen Wilden” sind wieder auferstanden, jünger und besser als je zuvor. Dem VfB steht mit dieser Mannschaft eine goldene Zukunft bevor – vielleicht sogar noch mehr? Der letzte Titel liegt 10 Jahre zurück, als das sogenannte “Magische Dreieck” um Giovane Elber, Fredi Bobic und Krassimir Balakov den VfB in Berlin zum Pokalsieg schossen. Und in diesem Jahr scheint die Möglichkeit greifbar nahe zu sein wieder eine Trophäe an den Neckar zu holen.
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