Der Komponist Johannes Brahms
Brahms besaß, im Rahmen des 19. Jahrhunderts gesehen, ein außergewöhnliches Traditionsbewusstsein, das aber keinesfalls als rückwärtsgewandt zu bezeichnen ist. Wenn er sich voll zu Beethovens Instrumentalwerk bekannte und Einflüsse Schuberts, Haydns und Mozarts ebenso in seiner Musik nachzuweisen sind wie diejenigen von Bach und Händel, so ist ein solches Bekenntnis nicht zuletzt als Reaktion auf die zunehmende Veräußerlichung und oberflächliche Progammatisierung der Musik, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts einsetzte, anzusehen. Hier liegen auch die Ursachen für Brahms strikte Ablehnung der Oper und aller dramatisch gebundenen Musik wie für sein gespanntes Verhältnis zu den „Neudeutschen“. Dass Brahms mit seiner Auffassung eine echte Programmatik der Musik keinesfalls ablehnte beweist seine liebevolle Aufmerksamkeit für die sinfonisch-programmatischen Bestrebungen der damaligen tschechischen Komponisten. Aus Brahms´ Bekenntnis zur Tradition der deutschen Instrumentalmusik erwuchs sein Ringen um die großen sinfonischen und kammermusikalischen Formen, das er nicht leicht werden ließ. Eine intensive Beschäftigung mit dem Volkslied hat Sangbarkeit, Schlichtheit, Prägnanz und Ausdruckstiefe seiner Melodik mit beeinflusst; aus ihr bricht oft – den norddeutsch-verschlossenen, herben Grundcharakter
Das Komplettwerk von Brahms auf CD gibt es im CD-Club anzuhören.
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