Amalgam in Zahnfüllungen – die Vor- und Nachteile?
Müssen sie einmal gefüllt werden, stellt das hohe Anforderungen an die Belastbarkeit des verwendeten Materials. In der Vergangenheit griff der Zahnarzt daher gerne auf Amalgam zurück. Im ausgehärteten Zustand handelt es sich dabei tatsächlich um eine sehr stabile Füllung. Ausgiebige werkstoffkundliche Versuche unter Laborbedingungen bestätigen dies.
Amalgam besteht im Wesentlichen aus Silber, Zinn, Kupfer und Quecksilber.
Die Mischung dieser Bestandteile wurde jedoch oft für gesundheitliche Probleme bei „Amalgamträgern“ verantwortlich gemacht.>
Zahlreiche Symptome, wie Schwindel, Vergesslichkeit, Verdauungsprobleme und z.B. Rückenschmerzen, aber auch schwere Erkrankungen wurden dem Amalgam angelastet.
Die Beweislage erscheint verwirrend.
Man wurde sich aber in Deutschland zumindest weitgehend einig, in besonderen Fällen (z.B. bei Schwangeren und Kleinkindern) auf das Legen von Amalgamfüllungen zu verzichten. In Japan beispielsweise wird seit den 80-ziger Jahren gar kein Amalgam mehr verwendet.
Zahnärzte sind seit Anfang der 90-ziger verpflichtet, weit über 90 % des aus den Zähnen entfernten Amalgams herauszufiltern, bevor sie ihr Bohrerkühlwasser in die Kanalisation leiten. Das gesammelte Amalgam gilt dann als Gefahrgut.
Unter der Annahme, dass an den mutmaßlichen „Nebenwirkungen“ der Amalgamzahnfüllungen etwas dran sein könnte, stellt sich die Frage, wie derartige Füllungen entfernt werden sollten.
Es gilt nämlich, den Patienten davor zu bewahren, unnötig Bestandteile der zerteilten Amalgamfüllung zu schlucken oder Dämpfe bei Herausbohren einzuatmen.
Für die schonende und unter diesen Gesichtspunkten sachgerechte Amalgamentfernung wurden bestimmte Vorgehensweisen entwickelt, bei der ein sog. Kofferdamgummi eine wichtige Rolle spielt.
Hat nämlich der Patient den Verdacht, dass eigene Beschwerden mit seinen Amalgamfüllungen im Zusammenhang stehen könnten, scheint es daher ratsam, für eine weitgehend belastungsfreie und restlose Amalgambeseitigung zu sorgen.
In diesem Fall empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit einem mit Amalgamsanierungen vertrauten Zahnarzt, der ggf. auch Amalgamausleitungen vornehmen kann.
Autor:
Dr. Rolf Kisro
Verlinken Sie diesen Artikel auf Ihrer Webseite: