Rückenschmerzen – Das Kreuz mit dem Kreuz

Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung leidet unter Rückenschmerzen. In den meisten Fällen handelt es sich um Kreuzschmerzen, also Schmerzen im unteren Rückenabschnitt. Werden diese nicht ernst genommen und chronisch, kann das zu ernsthaften Problemen führen. Welche Ursachen haben Rückenprobleme und was kann man gegen chronischen Schmerz tun?

Erste Untersuchungen

Für die Experten stellt sich bei der Diagnostik von Rückenschmerzen folgende wichtige Frage: Liegen Reizsymptome oder neurologische Ausfälle als Hinweis für eine Schädigung von Nervenwurzeln vor? In erster Linie erfolgt eine gezielte Befragung des Patienten und in weiterer Folge ist eine klinisch-neurologische Untersuchung unerlässlich, um allfällige Ausfälle zu erfassen und die Lokalisation der Schädigung zu bestimmen. Häufig sind auch röntgenologische Untersuchungsmethoden zur Erfassung von Impressionsfrakturen oder eine MRT zum Nachweis bzw. Ausschluss eines Bandscheibenvorfalles erforderlich. Bei Bestehen von neurologischen Ausfällen mit einer Blasen-Mastdarm-Funktionsstörung oder mit Lähmungen ist die rasche Diagnostik besonders wichtig, da sich daraus unmittelbare therapeutische Schritte ergeben können.

Gibt es auch andere Ursachen?

Nicht immer resultieren Rückenprobleme aus körperlichen Belastungen oder Fehlhaltungen – in manchen Fällen liegt den Schmerzen auch eine andere Erkrankung zu Grunde. So können z.B. Kreuzschmerzen sowohl ein Symptom des Morbus Bechterew, einer chronisch entzündlichen Erkrankung, sein als auch bei einer fortgeschrittenen Osteoporose oder Arthrose auftreten.

Therapieansätze

Was kann man also gegen chronische Rückenprobleme tun, besonders wenn der Schmerz akut ist? In erster Linie sind schmerzstillende und entzündungshemmende meist nichtsteroidale Antirheumatika vom Facharzt angesagt. Allerdings hält die Wirkung nur so lange an, wie das Medikament im Körper bleibt.

Präparate mit Langzeitanwendung sind nicht empfehlenswert, da höhere Dosen auf Dauer die Gefahr eines Nierenschadens mit sich bringen und die Magenschleimhaut belasten. Neuere Substanzen – so genannte COX-2- Hemmer – sind für den Magen schonender. Sehr wichtig ist auch, trotz Rückenproblem die körperliche Aktivität beizubehalten. So haben Studien eine deutliche Schmerzreduktion sowie eine Verringerung der Krankenstandstage belegt. Gerade den chronischen Rückenschmerz betreffend haben diese Studien gezeigt, dass Bewegung anderen Therapieansätzen deutlich überlegen ist. Nahezu unverzichtbar ist hier die heilgymnastische Therapie, aber auch sämtliche physiotherapeutische Möglichkeiten führen oft zum Ziel. Wenn es um die Bechterew-Krankheit geht, ist die Frühdiagnose entscheidend für die Prognose. Therapeutisch steht die physikalische Therapie mit Kräftigung der Rückenmuskulatur zur Vorbeugung sowie zur Schmerzprophylaxe im Vordergrund. Bei degenerativ bedingten Kreuzschmerzen ist neben Physiotherapie und Schmerzmedikation auch oft eine Osteoporosebehandlung bei verminderter Knochendichte erfolgreich.

Verlinken Sie diesen Artikel auf Ihrer Webseite:

nach oben |

Ranking-Hits