Literatur im Netz

Zunehmende Bedeutung des Internets für Autoren

In der Literatur hat das Internet mehr und mehr an Bedeutung gewonnen. Wenn auch niemand ganze Romane am Bildschirm liest, so ist das Netz doch der vielleicht wichtigste Ort geworden, um sich über Literatur zu informieren. Wettbewerbsereignisse, literarische News und Buchkritiken findet der Leser auf vielen Seiten im Internet. Aber auch Gedichte und Geschichten sind im virtuellen Raum zu entdecken – wichtig sind hier vor allem die redaktionell geführten Seiten, auf denen eine Auswahl ähnlich wie bei einer echten Publikation stattfindet. Zahllose offene Foren bieten ein Experimentierfeld für Anfänger und Hobbyautoren.

Freie Literaturportale

Inzwischen hat sich ein knappes Dutzend freier literarischer Projekte im Netz einen Namen gemacht. Lauter Niemand, das Titel-Magazin oder der Poetenladen bieten ausgewählte Beiträge oftmals von hochkarätigen Autoren. Immer wieder führt der Weg hier auch vom Webauftritt zur Publikation. So bringt der Poetenladen ein Literaturmagazin heraus, das poet[mag], und hat einen Verlag gegründet. Damit haben die freien literarischen Projekte in Netz vielfach die Förderung junger Literatur übernommen und verzeichnen sehr gute Zuwächse an Lesern.

Institutionen im Netz

Erstaunlich bei alledem ist, dass gerade die bekannten Literaturinstitutionen, wie viele Literaturhäuser, eine bescheidene Rolle im Internet spielen. Schaut man bei Alexa nach – hier wird ein Ranking der Seiten nach Besucherzahlen veröffentlicht -, stellt man fest, dass gerade viele institutionelle Seiten eher mäßig besucht werden. Natürlich existieren auch Ausnahmen – angefangen von den Goethe-Instituten bis zu den Literaturhäusern in Wien und Salzburg.

Publikum – viel oder wenig?

Es gibt eine Reihe von Gründen für die unterschiedliche Nutzung institutioneller und freier Webseiten. In der Poetenladen-Kolumne “Lesung vor keinem Publikum. Von der Bedeutung institutioneller Literaturseiten” wird darauf eingegangen. So begnügen sich viele institutionelle Seiten lediglich mit einer Selbstdarstellung, ohne dem Surfer tatsachlich aktuellen Content zu bieten. Auch die Kommunikation zwischen Surfer und Seitenbetreibern ist weniger intensiv als bei vielen freien Projekte, die teils selbst von Autoren geführt werden.

Zu wünschen wäre eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Institutionen und freien Projekt – zum Vorteil der Leser und zum Nutzen der Autoren.

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