Festplatten und Datenrettung
Die Festplatte ist ein Gerät, das Informationen magnetisch speichert. Dadurch bleiben die Informationen erhalten, wenn der Computer heruntergefahren wird. Eine Festplatte besteht aus drehbar gelagerten Scheiben, auch „Platters“ genannt, auf denen ein dünner Film magnetischen Materials angebracht ist. Ein Lesekopf gleitet mit hoher Geschwindigkeit über diese Platters und sammelt Daten für den Prozessor oder schreibt Daten zur Speicherung. Festplatten gibt es in verschiedenen Größen und Geschwindigkeiten.
Geschwindigkeiten und Kapazitäten
Es gibt im Großen und Ganzen zwei Faktoren, die die Geschwindigkeit einer Festplatte bestimmen. „Seek Time“ und „Data Rate“. Unter Seek Time versteht man die Zeit, die benötigt wird, um eine bestimmte Datei auf der Festplatte zu lokalisieren. Data Rate ist die Datenmenge, die die Festplatte pro Sekunde versenden kann. Beim Kauf einer Festplatte erhält man meist keine Angaben zu diesen Werten. Moderne Festplatten werden hauptsächlich nach einem allgemeineren Geschwindigkeitsindex eingeteilt, nämlich rpm oder Rotations per Minute, sowie der Größe des Cache-Speichers. Moderne Festplatten drehen sich oft mit 5400 oder 7200 Umdrehungen pro Minute. Neben der Seek Time und der Data Rate hat die Größe des Cache-Speichers der Festplatte Einfluss auf deren Geschwindigkeit. Eine klassische Festplatte hat einen Cache von 2 MB oder 8 MB. Vor allem beim Arbeiten mit größeren Datenmengen macht sich der Vorteil eines größeren Caches bemerkbar.
Festplatten können ihrer Funktionalität nach in drei Gruppen eingeteilt werden:
- Festplatten für PCs und Laptops.
- Festplatten für RAID-Systeme (RAID steht für Redundant Arrays of Inexpensive Disks). Bei RAID-Systemen werden die Daten auf mehreren Festplatten gespeichert, was die Wahrscheinlichkeit von Datenverlust verringert und die Geschwindigkeit des Datentransfers erhöht. Dabei kann zwischen verschiedenen RAID-Systemen unterschieden werden, z.B. RAID 0,1 5 1+0. Es werden zwei verschiedene Prinzipien genutzt, das so genannten Striping und das Mirroring. Beim Mirroring wird dieselbe Information auf 2 Festplatten gespeichert, so dass man immer ein Backup zur Verfügung hat. Beim Striping wird die eine Hälfte einer Information auf der einen Festplatte gespeichert und die andere Hälfte auf der anderen Festplatte. Hierbei handelt es sich um kein Backup, sondern um eine Methode, die Kapazität und die Transferrate der Festplatte zu erhöhen.
- Micro Drive: der kleine Bruder der Familie im Format einer „Compact Memory Flash Card“. Diese Festplatten kommen oft in Digitalkameras zum Einsatz.
1. IDE-/ ATA-Festplatten
2. Serial-ATA-Festplatte
3. SCSI-Festplatte
4. RAID-Systeme
Verlässlichkeit
Die Verlässlichkeit der verschiedenen Techniken ist unterschiedlich. SCSI-Festplatten sind für Ihre Verlässlichkeit bekannt. Sie werden daher oft in Servern verwendet und eher selten in normalen PCs. PCs verwenden im Allgemeinen (S)ATA-Festplatten. Diese sind speziell für die Anwendung im Privat- und Bürobereich konstruiert und eignen sich weniger für Einsätze rund um die Uhr oder besonders zugriffsintensive Aufgaben.
Die Verlässlichkeit der Festplatte beim Speichern wichtiger Daten ist begrenzt. Obwohl Festplatten oft gut 10 Jahre funktionieren, ist ein vorzeitiger Festplattencrash nicht auszuschließen. Am sichersten ist daher eine Speicherung wichtiger Daten auf CDs oder DVDs. Wer einmal in die Situation eines Festplattencrashs kommt und wichtige Daten verliert, muss die Festplatte zu einem Datenrettungsdienst bringen, was sehr teuer werden kann. Einige Datenrettungsdienste berechnen einen Fixbetrag, andere berechnen Beträge in Abhängigkeit von der Menge wiederhergestellter Daten.
Verfasst von Maurice Bokma für RSE Datenrettung (info@rsedatenrettung.de)
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