Energiesparen- Gewohnheitssache

Ich habe neulich jemand im Haus angesprochen, ob er wirklich für erforderlich hält, am hellichten Tag trotz Sonnenschein im Flur die Treppenbeleuchtung einzuschalten- (es werden in 4 Stockwerken insgesamt 12x 100 W für 3 Min. eingeschaltet)-ein böser Blick und die barsche Antwort: “Das mach ich schon mein ganzes Leben so!”

Da fällt mir absolut nichts mehr ein.

Noch dazu hat der Betreffende im Kellergeschoss eine “Beratung”, frequentiert daher das Treppenhaus sehr häufig, um zwischendurch in die Wohnung im 1. Stock zu gehen. Natürlich MIT LICHT, versteht sich.

Da kommt, ganz günstig gerechnet, nur durch diese eine, uneinsichtige Person am Tag ein Stromverbrauch von 1,2 KWh zustande. Das macht im Jahr bei dem zugrunde liegenden KW- Preis von 18,1 Ct. “nur” 79,27 €….

Umgelegt, trifft mich dieser Blödsinn bei 8 Parteien mit fast 10 € im Jahr, mit denen ich was weitaus Besseres anzufangen wüßte.

Gesetzt den Fall, in jedem 2. Mehrparteienhaus in Deutschland wohnt nur ein “Lichtfanatiker”, kann man sich unter Zuhilfenahme div. Statistiken ausrechnen, was da für Energiemengen aus purer Ignoranz verbraten werden.

Aber das nur am Rand.

Ich habe, bis auf das Telefon mit Basisstation alle meine Geräte umgebaut und mit einem Netztrennschalter versehen, diese Schalter habe ich mal zu Dutzenden als Sonderangebot erstanden, in den meisten Fällen gibt es im Gehäuse einen günstigen Platz zum Einbau, wo nicht, hat sich eine schaltbare Steckdosenleiste schnell amortisiert, sie sind in den Supermärkten sehr preiswert zu bekommen.

Auch eine kleine Hifi- Anlage, deren Speicher ein paar Mikroampere braucht, um seine Einstellungen nicht zu vergessen, wird komplett abgeschaltet, die Versorgung des Chips übernimmt eine Standard- PC- 3V Lithiumbatterie, die ich als PC- Bastler eh immer zur Hand habe. Das reicht für Jahre, sonst wärmt immer ein 20 VA- Trafo jahraus, jahrein das Gehäuse..

Selbst meine DSL- (Flat)- leitung wird nachts oder wenn ich tagsüber weggehe, abgeschaltet, die PC’s über schaltbare Dosenleisten komplett getrennt.

Ich habe aber ein kleines Netzwerk, in dem sich ein Pc in ca. 30 m Entfernung ein Stockwerk höher im Kinderzimmer befindet, über den meine (der Computerei unkundige) Frau per IPhone meine Freiminuten mit der entfernt wohnenden Tochter verquasseln will. Dieser ist über eine 4- Draht- Leitung mit dem LAN- Switch, an dem in meinem Hobbyraum noch 2 PC’s und ein Laptop hängen, verbunden.

Nun war das Problem der Schaltung von DSL-Modem/ Router und LAN- Switch ohne Rennerei in den Keller eine Herausforderung, die gelöst werden mußte. Eine zusätzliche Ader für ein Relais stand leider nicht zur Verfügung, es mußte also ein anderer Weg gefunden werden.

Die Schaltung habe ich unter http://www.helmut-rottler.eu/technik.html ins Netz gestellt
Ich habe die Schirmung des LAN- Kabels galvanisch von der Masse getrennt und als “Relaisleitung” verwendet, die mit den +12 V des PC- Netzteils im Hobbyraum ein Relais (12V 30 mA), Kontakt 250V~ 5A gegen den Schutzleiter der Schukodose schaltet. Das geht einwandfrei, die Schirmwirkung ist mit 2 kleineren Elkos gegen Masse gut genug, ich habe keinerlei Fehler im LAN- Protokoll festgestellt. Dieses Relais schaltet also über ein nach VDE gebautes (!) Vorschaltteil die beiden Apparate an. Bis der PC oben sein Linux- Betriebssystem hochgefahren hat, ist die DSL- Box längst fertig mit dem Verbindungsaufbau. Ich habe alles so automatisiert, daß meine Frau nur noch mit der Maus den Verbindungsstecker in Ekiga (Linux- IPone) treffen muß, um lostelefonieren zu können.

Wie gesagt, REINE GEWOHNHEITSSACHE… (und meine Stromrechnung ist insgesamt um 137.- € gesunken)

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