Dass Filme weit mehr als hehre Kunst sind und sich dahinter immer auch ein Geschäft verbirgt, ist niemandem neu. Gerade in Hollywood steht hinter jedem Kinofilm eine Reihe Verantwortlicher, d.h. Menschen, die Erfolge, vor allem aber Misserfolge einer Filmproduktion vor irgendjemand anderem verantworten müssen. So sind die großen Filmstudios mittlerweile Eigentum großer internationaler Gesellschaften. Wenn also ein
Film an den Kassen zu wenig Geld einspielt und ein wirtschaftlicher Misserfolg die Folge ist, müssen sich die Regisseure vor ihren Produzenten, die Produzenten vor ihren Studiobossen, die Studiobosse vor den Vorstandsvorsitzenden und die wiederum vor ihren Aktionären verantworten. Die Interessensverkettung erzeugt ein Klima der Vorsicht, was neue Produktionen angeht. Man setzt auf Altbewährtes, um das Risiko eines Verlustes so gering wie möglich zu halten. Daher werden Massenproduktionen im Sinne bewährter Muster Experimenten oder schwierigen Filmen mit heiklen Themen vorgezogen. Drehbücher und Scripte sind genauso Teil dieser Konformität, wie auch Schauspieler und Regisseure. Sequals sind ein sehr bezeichnendes Beispiel für das starke wirtschaftliche Denken hinter den Filmkulissen.
Sobald der erste Teil eines
Films sich als wirtschaftlicher Erfolg erweist, sind der zweite und gar dritte Teil schon vorhersehbare Folgen. Wenn sich Schauspieler, ein Thema, gewisse Charaktere und Handlungen in der Zuschauergunst bewähren, sind Produktionen nach diesen Vorgaben erstklassige Investitionen für die hinter den Filmstudios stehenden multinationalen Konsortien, da die Gewinn-Verlust-Rechnung ganz klar Richtung Profit zeigt. Somit sind auch hohe Budgets als Investitionen von Aktionären gedacht, Produzenten und Regisseure, Drehbuchautoren und Schauspieler letztendlich Treuhänder, deren Aufgabe es ist, dieses Geld durch bewährte Scripts, Handlungen und viel Action zu vermehren, in jedem Fall jedoch nicht zu verlieren.
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Kategorie: Film