Welchen Riester-Fondssparplan wählen?

Finanztest-Leser haben es schon richtig erkannt – eine Riester-Versicherung ist keine gute Wahl. Bei den Versicherungen werden viel zu hohe Abschluss- und Verwaltungskosten berechnet – diese sind in der Regel mindestens doppelt so hoch wie bei einem Fondssparplan. Unabhängige Vergleichsagenturen haben schon Beispiele berechnet bei denen – bei gleichen Parametern – mehr als das Doppelte an Rente raus kam.

Kein Wunder also dass Finanztest einen Riester-Fondssparplan empfiehlt. Im Prinzip gibt es nur zwei Anbieter, die den Markt dominieren: Union Investment mit der UniProfiRente und DWS mit der DWS TopRente bzw. seit Mai mit der DWS Riester Rente Premium.

Guckt man sich die Rendite der UniProfiRente im Vergleich zur DWS TopRente Dynamik an, schneidet die Union etwa 1% p. a. besser ab. Daher wird sie z. B. von Finanztest etwas besser bewertet. Die Kosten sind bei beiden Produkten ungefähr vergleichbar. Guckt man sich die beiden Angebote im Detail an, sieht es etwas anders aus. Während die UniProfiRente seit 2002 zu 100% in den Aktienfonds UniGlobal investiert hat, hat die DWS nur eine Aktienquote von 85% gehabt – bei stark steigenden Aktienmärkten führt eine höhere Aktienquote natürlich zu höheren Renditen. Es ist also kein Zauberwerk 1% mehr zu erzielen. Interessant wird es zu gucken welche Aktienquote beide Anbieter haben, wenn die Börsen nach einer Korrektur – wie sich momentan andeutet bzw. vollzieht – wieder ansteigen. Sollte zu diesem Zeitpunkt ein Anbieter sich nur eine geringe Aktienquote leisten können, da er vorher große Verluste hinnehmen musste, wird er von dem Aufstieg nur geschwächt profitieren.

Sehr viel entscheidender sind zudem folgende Produktschwächen der UniProfiRente: Vertragsgemäß darf die UniProfiRente nur in den UniGlobal und in den UniEuroRenta investieren. Zwar hat der UniGlobal in den letzten Jahren gut abgeschnitten, aber davon sollte man sich nicht blenden lassen – ein Fonds ist immer nur so gut wie sein Management.

Mit Thomas Meier hat Union erst im letzten Jahr seinen Fondsmanager für den UniGlobal verloren. Ob sein Nachfolger (oder dessen Nachfolger usw.) ebenso erfolgreich ist, muss man sehen. Man setzt quasi alles auf ein Pferd – läuft der Fonds nicht, gibt es bei der UniProfiRente keine Alternative. Anders sieht es hingegen bei der DWS TopRente aus – hier kann die DWS aus einem großen Fondsspektrum wählen – die Wahrscheinlichkeit, dass so dauerhaft in erstklassige Fonds investiert werden kann, ist dadurch wesentlich höher.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist das Mittelaufkommen: Große Fonds neigen dazu träge zu werden. Das liegt einfach daran, dass der Fonds aufgrund des hohen Volumens nicht mehr in mittlere und kleine Unternehmen investieren kann. Es bleiben als nur die sehr großen Unternehmen – die Auswahl an Renditechancen ist also eingegrenzt. Union Investment hat bereits über 1 Mio. Riester-Verträge abgesetzt. Durchschnittlich 1.000 € im Jahr in die Riester-Verträge eingezahlt. Trifft dies auch auf Union zu, würde also der UniGlobal allein aufgrund der Mittelzuflüsse jährlich um rund 1 Mrd. Euro wachsen. Es ist daher schon heute vorhersehbar, dass der UniGlobal ein schwerfälliger Fonds wird. Dies kann zur Schwerfälligkeit führen.

Es lohnt sich also doppelt bei der Auswahl eines Riester-Fondssparplans hinzusehen und sich nicht nur von der bisher erzielten Rendite leiten zu lassen.

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