Hyperaktivität durch Lebensmittel-Farbstoffe?

ADS / ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit mit oder ohne Hyperaktivität) ist ein vor allem bei Kindern anzutreffende Störung, die sich durch gesteigerte Bewegung, Impulsivität und Unaufmerksamkeit äußert und den Lebensalltag von Kind und Eltern stark beeinträchtigen kann. Es ist unklar wie viele Menschen in Deutschland betroffen sind, da die Dunkelziffer sehr hoch ist. In seiner schwerwiegenderen Form wird geglaubt, dass ADS/ADHS zwischen 2 % und 5% der Bevölkerung betrifft.

Eltern, die Kinder mit ADS / ADHS (ADHD) haben, sollten vor vorsichtig sein, ihren Kindern Getränke, Süßigkeiten und Kuchen mit bestimmten künstlichen Zusätze zu geben. Nach einer jetzt veröffentlichten Untersuchung besteht eine mögiche Verbindung dieser Farbstoff-Zusätze mit Hyperaktivität und ADS / ADHS.

Für ihre Studie untersuchten Forscher von der Southampton Universität 2 Gruppen Kinder, 153 Dreijährige und 144 acht bis neun Jahre alte Kinder.

Die Kinder tranken genau definierte Mischungen aus Lebensmittel-Zusätzen, die künstliche Färbemittel und das Konservierungsmittel Natriumbenzoat enthielten, das in großem Rahmen bei alkoholfreien Getränken verwendet wird. Die Mischungen zielten darauf abzubilden, was ein normales Kind im Verlauf eines Tages essen könnte.
Die Resultate der Southampton Studie zeigen, dass bei den Kindern es eine Zunahme der Hyperaktivität gab. Jedoch waren die Antworten nicht homogen; einige Kinder reagierten ausgeprägt, andere dagegen überhaupt nicht.

Ein Wissenschaftler der FSA (Food Standards Agency), Dr. Andrew Wadge, wies auf das ausgefeilte Design der Studie hin, aber auch auf die Problematik die tatsächliche Lebenssituation mit dem Aufbau einer solchen Studie in Übereinstimmung zu bringen.
Dennoch entschloß sich die englische Regierung, überarbeitete Regeln an Konsumenten herauszugeben. Diese empfehlen, dass bei Kindern mit ADS / ADHS / ADHD Produkte vermieden werden sollten, die bestimmte E Nummern enthalten.

Von Seiten der Verbraucherverbände wurde daran kritisiert, dass diese Regelungen nicht immer wirken können, weil viele Süßigkeiten ohne Verpackung verkauft werden, wie Kuchen und Eis. Sie forderten ein völliges Verbot.

Die englische Regierung wird die Ergebnisse der EU zur weiteren Bewertung vorlegen.

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