Alternative zum künstlichen Kniegelenk: Die Bioprothese

Ein künstliches Kniegelenk wird bei schwerer Kniearthrose eingesetzt und ist für den betreffenden Patienten meist der einzige Ausweg, seine starken Schmerzen loszuwerden. Gewöhnliche Knieprothesen haben eine durchschnittliche Lebensdauer von fünfzehn Jahren. Nach dieser Zeit muss in der Regel eine neue Prothese eingesetzt werden.
Neue Technologien ermöglichen ein chirurgisches Verfahren, mit welchem das Nachwachsen der durch die Arthrose zerstörten Knorpelzellen im Kniegelenk angeregt wird. Das geschieht innerhalb von drei Monaten nach dem Eingriff.
Bei dieser Bioprothesen-OP ist der Eingriff schonender als bei der Einsetzung eines herkömmlichen künstlichen Kniegelenkes. Dieser wird minimalinvasiv durchgeführt, das heißt, mit einer besonders gewebeschonenden Vorgehensweise, bei welcher das Gelenk nicht freigelegt werden muss. Der Patient bekommt eine Vollnarkose. Mit einem Hochfrequenzfräser wird zunächst eine dünne Knochenschicht innerhalb des Gelenkes abgetragen, bis die darunter liegende Schicht zu bluten beginnt. Mit dieser Abrasion genannten Methode wird der Selbstheilungsprozess in Gang gebracht, da das aus dem Knochen austretende Blut adulte Stammzellen enthält, die sich innerhalb der nächsten drei Monate zu Knorpelzellen wandeln.
Die Expertenmeinungen gehen bei der Frage, Wie belastbar die neue Knorpelschicht ist auseinander. Die einen sagen, sie ist genau so gut wie die ursprüngliche gesunde Schicht, die anderen meinen, die Bioprothese könne die Aufgaben des ursprünglichen Knorpelgewebes nur teilweise übernehmen, aber dieses nicht vollständig ersetzen, weshalb der Einsatz eines künstlichen Kniegelenkes später doch noch erfolgen müsse. Lanzeit-Testes haben aber ergeben, dass die Bioprothese in den meisten Fällen mindestens so lange hält wie eine Knieprothese und das bei einer besseren Beweglichkeit des Knies. Darüber hinaus kann eine solche Knieprothesen-OP mehrfach vorgenommen werden. Mit entsprechender Bewegungstherapie kann das Knie wieder gut bewegt werden, auch sportlich kann sich der Patient wieder betätigen.

Markus Tjoa
markus[at]gcpr[punkt]de

Verlinken Sie diesen Artikel auf Ihrer Webseite:

nach oben |

Ranking-Hits