Die Philosophie und die Redenschreiber

Der Begriff der Philosophie stammt aus dem Altgriechischem und setzt sich zusammen aus philos (dt. der Freund) und sophia (dt. Weisheit). Philosophie kann also übersetzt werden mit Freund der Weisheit oder auch Liebe zur Weisheit.

Philosophie ist dabei eine ernsthafte Wissenschaft, die mit formaler Logik operiert, um durch Prozesse des Denkens Erkenntnis zu produzieren, also die Dinge aufzudecken, die vorerst im verborgenen Liegen. Die philosophische Tradition ist dabei äußerst alt und findet ihren Anfang bei Thales von Milet lange vor der Geburt Christi im alten Griechenland. Thales sollten viele andere Philosophen folgen, von denen die Bekanntesten Platon, Aristoteles und Epikur sind. Im Mittelalter finden sich Augustinus und Thomas von Aquin, bishin in die Neuzeit zu Nietzsche, Schopenhauer, Heidegger, Adorno etc.

Die Philosophie versteht sich als Gegenteil der Sophistik. Die Sophisten versuchten durch Reden zu überzeugen, dabei war es Ihnen jedoch vollkommen egal, ob sie Falsches oder Wahres sagten. Den Sophisten ging es nur um die überzeugende Rede an sich, man könnte sie wohl als die ersten professionellen Redenschreiber bezeichnen.

Die Redenschreiber der Antike standen dementsprechend bei Platon und Aristoteles nicht hoch im Ansehen. Heutzutage sind Redenschreiber, die eine überzeugende Rede schreiben, nicht mehr derart geächtet. Ein Redenschreiber zu sein, kommt dabei einer einer Kunstprofession gleich, als einer geringgeschätzten Arbeit, wie anno dazumal im alten Griechenland.

Nahezu jeder Mensch, der im Mittelpunkt steht, hat heutzutage seinen persönlichen Redenschreiber. Die Redenschreiber schöpfen beim Verfassen Ihrer Rede nicht selten aus dem Bereich der Philosophie, um ihre Rede logisch und eindrucksvoll aufzubauen. So gesehen sind Sophisten und Philosophen heutzutage wohl etwas versöhnter, als damals.

Renate Müller (s-i-n@web.de)

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