Die Religion im alten Ägypten
Die Gestalt der Götter war dabei recht unterschiedlich. Sie traten in menschengestalt und /oder tiergestalt auf, andere wiederum hatten einen menschlichen Körper und einen tierischen Kopf. Es gab auch androgyne Götter, wie der Nil-Gott Hapi, der als Mann mit weiblichen Brüsten dargestellt wurde.
Einige Götter waren im gesamten Land Ägypten sehr beliebt und die Pharaonen bauten ihnen zu Ehren Tempel und Kultstätten. Dazu gehörte z.B. der Sonnengott Re oder der Totengott Osiris. Es gab aber auch so genannte Lokalgötter, die in bestimmten Städten besonders verehrt wurden. In der Stadt Bubastis z.B. fanden Archäologen ein riesige Ansammlung von Katzenmumien, die in Verehrung der Katzengöttin Bastet mit der gleichen Hingabe wie Menschen einbalsamiert wurden.
Je nach Region und Epoche hatten die Menschen die verschiedensten Vorstellungen von der Entstehung der Menschheit. Die bekannteste Schöpfungsgeschichte kommt aus Heliopolis. Danach soll die Erde am Anfang der Zeit nur aus einem Gewässer (Nun) und einem Hügel bestanden haben, auf dem sich der Gott Atum niederließ und durch Selbstvereinigung den Gott der Luft (Schu) und die Göttin der Feuchtigkeit (Tefnut) zeugte. Schu und Tefnut zeugten Nut (Himmel) und Geb (Erde). Nut und Geb zeugten Osiris, Seth, Isis und Nepthys.
Osiris war der erste König in Ägypten und zeigte den Ägyptern wie man das Land kultivierte und von ihm leben konnte. Der eifersüchtige Seth tötete seinen Bruder Osiris, zerstückelte ihn und verteilte ihn über das ganze Land.
Der Pharao in seiner Position als Gottkönig war dafür verantwortlich, dass die Maat, die Gerechtigkeit und Ordnung, über Isfet, das Chaos, herrschte. Dies geschah unter anderem durch die Verehrung der Götter. Dafür wurden in ganz Ägypten viele Tempel gebaut und erweitert. Der berühmteste ist der Tempel in Luxor, der von ca. 2000 – 350 v. Chr. ständig erweitert und verbessert wurde.
Der Hohepriester als Stellvertreter des Pharao übernahm bei der Götterverehrung eine große Rolle. Nur er und der Pharao durften dem Kultbild des Gottes im Innersten des Tempels gegenübertreten. Dem Gott wurde Essen und Trinken dargeboten. Der Hohepriester wusch ihn und legte der Statue neue Kleider an.
Dem einfachem Volke war es nicht gewährt das Innere des Tempels zu betreten. Für sie gab es einzelne Steinnischen an den Tempelmauern, in denen sie ihre Opfergaben und ihre Hoffnungen und Gebete hinterlassen konnten. Schreine, Amulette und Glücksbringer waren im alten Ägypten Hoffnungsträger auf ein Leben ohne Krankheit, Flüche und Nachkommen und wenn alles nichts half, auf ein Weiterleben nach dem Tod.
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