Kreditarten und Kreditsicherheiten
- Das Wesen des Lieferantenkredits:
Der Lieferantenkredit entsteht dadurch, dass der Lieferer seinem Kunden ein Zahlungsziel einräumt. Das bedeutet, dass der Kunde seine Schuld aus der Warenlieferung erst einige Zeit (z.B. 30 oder 60 Tage) nach der Lieferung begleichen muss. Bezahlt der Kunde innerhalb einer vereinbarten (kurzen) Frist nach der Lieferung (z.B. 8 Tage), erhält er einen Skontonachlass von seinem Lieferanten. Für die Gewährung des Lieferantenkredits werden keine Sicherheiten verlangt, allerdings erfolgt die Lieferung in der Regel unter Eigentumsvorbehalt.
- Die Funktionen des Lieferantenkredits:
Die Finanzierungsfunktion: Der Lieferer stellt dem Kunden Waren zur Verfügung, die er nicht sofort bezahlen muss. Für die verspätete Bezahlung verlangt der Lieferer Zinsen. Diese bestehen in der Nichtgewährung des Skontovorteils. Der Lieferantenkredit erfüllt damit die typischen Bedingungen eines Warenkredits.
Mittel zur Absatzförderung:
Der Lieferer ermöglicht dem Kunden den Kauf der Ware, den dieser ohne Kredit möglicherweise nicht hätte vornehmen können. Insofern ist der Lieferantenkredit ein hervorhangendes Mittel zur Absatzförderung.
- Die Merkmale des Lieferantenkredits:
Der Lieferantenkredit ist ein kurzfristiger Kredit. Er wird in der Regel ohne besondere Formalitäten, ohne übertrieben große Prüfung der Kreditwürdigkeit und, mit Ausnahme des häufig vereinbarten Eigentumsvorbehalts, ohne Sicherheiten gewährt.
Lieferantenkredite, also nicht ausgenutzte Skonti, gehören zu den teuersten Krediten. Um Skonto abziehen zu können, ist es zumeist rentabel, einen Bankkredit aufzunehmen.
Sicherung gegen Forderungsverluste:
- Vorbeugende Maßnahmen
Beim Lieferantenkredit liefert der Hersteller dem Kunden die Waren auf Ziel. Dies ist mit dem Risiko des Forderungsverlustes verbunden. Deshalb ist es für die Hersteller notwendig, sich durch vorbeugende Maßnahmen, wie beispielsweise die Einholung von Auskünften oder die Vereinbarung eines Eigentumsvorbehalts im Kaufvertrag, gegen Forderungsverluste zu sichern.
- Einholung von Auskünften:
Die Einholung von Auskünften ist insbesondere bei neuen Kunden notwendig; bei alten Kunden ist deren Bonität (Kreditwürdigkeit) bekannt.
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