Hundeschuhe – Pro und Contra

Hundeschuhe? Ein Hund braucht doch keine Schuhe! Das hört man häufig – vor allem von Menschen, die noch nicht wirklich darüber nachgedacht haben…

Denn es gibt Hunde, die

  • langes Fell an den Pfoten haben und große Probleme bei Schnee und Matsch bekommen
  • ausdauernde Wanderbegleiter sind und sich dabei auch schon mal die Sohlen durchlaufen
  • gerne mit am Fahrrad laufen und sich auf Asphalt ebenfalls die Sohlen durchlaufen
  • die als Bootshunde ihren Job tun und Schutz gegen Ausrutschen brauchen
  • Schutz gegen Glasscherben oder Streusalz brauchen
  • an Ballenerkrankungen leiden (z.B. Hyperkeratose)
  • verletzte Pfoten schützen müssen

Es sind also in der Regel besondere Situationen, die einen besonderen Schutz verlangen und nicht der normale Alltag (bis auf die Hunde mit Hyperkeratose, für die das bitterer Alltag ist!)

Ein Contra gibt es m. E. nur für das falsche und qualitativ mangelhafte Schuhwerk. Diese Schuhe sitzen schlecht an der Pfote, geraten ins Rutschen, schleifen über den Boden, verschleißen oft schon nach einmaliger Benutzung oder sie gehen verloren, bevor sie verschleißen können! Jeder Hundehalter, der für solche Schuhe schon Geld ausgegeben hat, weiß wovon ich spreche.

Ein uneingeschränktes Pro erteile ich den neuartigen Bark’n Boots Grip Trex von Ruff Wear. Aus der Kooperation mit der Firma Vibram enstand dieses neue Konzept für Hundeschuhe. Ein knapp sitzender Schuh, der direkt über dem Hand-, bzw. Fußgelenk befestigt wird. Je weniger Material da ist, desto weniger kann auch ins Rutschen geraten. Der Hundeschuh sitzt bombenfest an der Pfote und der Hund wird dennoch im Bewegungsablauf nicht beeinträchtigt. Die Vibram-Sohle (ja – genau die, die unsereins auch unter den guten teuren Wanderschuhen hat!) ist absolut unverwüstlich und der Mesh-Oberschuh (bekannt von hochwertigen Turnschuhen) ist atmungsaktiv und schnell trocknend. Die Hundepfote muss abschwitzen können, sonst geht es ihr wie dem Menschenfuß in Gummistiefeln!

Die Materialkombination Vibram/Mesh macht es möglich, dass die Bark’n Boots ohne Reue auch im Wasser getragen werden können (Beispiel: felsige Küste mit Seeigeln).

Tipps aus der Praxis:
- Auch bei einer verletzten Pfote ist es ratsam, mindestens an zwei Pfoten Schuhe zu tragen (entweder vorne oder hinten), weil der Hund dann „runder“ läuft und nicht so stark humpelt und sich verspannt. Noch besser ist, immer alle vier Schuhe zu tragen.

- Söckchen polstern bei längerem Gebrauch (Wanderung!). Es gibt tolle Funktionssöckchen von Ruff Wear – die Bark’n Boot Liners, derzeit leider nur in zwei Größen. Für XXS und XS Schuhe bekommt man klitzekleine Frühchen-Babysocken (Größe 14), die möglichst wenig Baumwoll-Anteil haben sollten – der wäre hier nachteilig. L und XL Bark’n Boots brauchen entsprechend größere Kindersocken. Die Bark’n Boot Liners sind extrem haltbar und Krallen resistent. Das rechtfertigt den Preis.

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