Die lateinische Sprache – Übersicht eines Übersetzungsbüros
Latein wurde als wohl beliebteste altertümliche der indoeuropäischen Sprachen ursprünglich in einer Gegend in der Nähe Roms gesprochen – in Latium. Im Verlauf einer kurzen Zeitspanne konnte es sich entwickeln und erst zur Sprache der Republik Rom und später des Römischen Reichs werden.
Die fortschreitende Ausdehnung des mächtigen Römischen Reichs trug dazu bei, dass sich Latein über Europa ausbreitete und sogar einige entlegene Teile der Welt erreichte.
Der Umstand, dass Latein die Sprache der römisch-katholischen Kirche ist, steuerte ebenfalls zu seiner Popularisierung bei. Priester, Gelehrte und Philosophen des Mittelalters sprachen und schrieben Latein und gaben es so an ihre Zuhörer, Leser und Schüler weiter.
Erst im 15. Jahrhundert verlor Latein nach und nach seine Vorherrschaft in Religion und Wissenschaft. Die jeweiligen Landessprachen Europas nahmen allmählich seinen Platz in Literatur, Rechtswissenschaft und Verwaltung ein.
Vulgärlatein, der Vorläufer der romanischen Sprachen (Italienisch, Spanisch, Portugiesisch, Rumänisch, Französisch, Katalanisch, usw.) unterscheidet sich ziemlich vom klassischen Latein, das als Sprache der Literatur galt und in der Zeit zwischen dem 1. Jahrhundert v.Chr. und dem 1. Jahrhundert n.Chr. weitgehend von Dichtern wie Ovid, Virgil und dem Politiker, Anwalt und Philosophen Cicero verwendet wurde.
Vulgärlatein wird als die „Lingua franca“ der westlichen Welt angesehen. Seine Grammatik war Ausgangspunkt und Grundlage für die Grammatiken der meisten europäischen Sprachen. Von noch entscheidenderer Bedeutung ist der Umstand, dass diese Sprachen lateinische Wörter entliehen, sie adaptierten und ihrem Vokabular hinzufügten. Bis zu mehr als 50 % der landläufig gesprochenen Sprachen in Europa lassen sich z.B. (sowohl im Hinblick auf Grammatik als auch Vokabular) mehr oder weniger direkt auf Latein zurückführen.
Das lateinische Alphabet ist heutzutage das am weitesten verbreitete Schriftsystem. Es wurde von den etruskischen und griechischen Alphabeten abgeleitet und einige seiner ersten Beispiele finden sich in Inschriften, Annalen, Gesetzestexten und Hymnen.
Wenn es auch heute noch innerhalb der römisch-katholischen Kirche zur Anwendung kommt, gibt es keine lateinischen Muttersprachler mehr und Latein wird deshalb zu Recht als „tote Sprache“ betrachtet. Trotzdem wird Latein auch heute noch gelernt und in Schulen sowie an Universitäten unterrichtet, und lateinische Texte werden auch weiterhin für zumeist akademische Zwecke übersetzt.
Kirchenlatein ist die Amtssprache des Vatikans und das für die Liturgie verwendete Latein. Es wird in Anbetracht der weiterhin bestehenden Macht der römisch-katholischen Kirche wohl auch die kommenden Jahrhunderte fortbestehen.
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