Brasilien als WM Ausrichter 2014

Niemanden hat die Wahl Brasiliens als Ausrichter der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 am heutigen Dienstag wirklich überrascht. Die Brasilianer profitierten noch von der FIFA Regelung des Rotationsprinzips. Diese Regelung sah vor, dass sich jeder Kontinent abwechselnd um die Ausrichtung bewirbt. Nach Amerika, Asien, Europa und Afrika war nun Südamerika an der Reihe. Trotz des Widerstandes der Bolivianer entschied man sich beim südamerikanischen Verband für Brasilien. So ging Brasilien heute als einziger Bewerber ins Rennen.
Mit etwas Wehmut denken die Brasilianer noch an die letzte Heim-WM zurück. Der Gastgeber unterlag in einer spannenden Finalpartie mit 1:2 gegen Uruguay. Dabei hatte man vorher 7:1 gegen Schweden und 6:1 gewonnen. Ein Unentschieden hätte den Zauberkünstlern gereicht – so bleibt das Makel, nicht einen einzigen seiner Weltmeistertitel im eigenen Land errungen zu haben. Für die WM wurde das legendäre Maracanã-Stadion gebaut, in welchem 200.000 Menschen Platz fanden.
Auch bei der vergangenen Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland enttäuschten die Brasilianer. Sie unterlagen im Viertelfinale dem späteren Finalisten Frankreich. Nun hofft eine ganze Nation auf eine wundersame Heilung und dem Titel im eigenen Land.
Natürlich gibt es auch zahlreiche Kritiker. Die Kosten für die Austragung der Weltmeisterschaft werden mit fünf Milliarden Euro veranschlagt. Dies ist eine Menge Geld für ein Land, indem viele Menschen unterhalb der Armutsgrenze und in Slums leben. So haben sicher nicht alle Brasilianer vor Entzückung aufschrien, als die Vergabe bekannt gegeben wurde. Wie in vielen südamerikanischen Ländern spielt die hohe Kriminalitätsrate eine entscheidende Rolle. Auf 100.000 Einwohner kommen im Jahr schließlich 27 Morde – der Weltdurchschnitt liegt bei fünf Morden. Auch für die Sanierung der Stadien muss das Land noch jede Menge tun, um den Ansprüchen der FIFA gerecht zu werden. Man darf also gespannt sein, wie Brasilien diese Mammutaufgabe bewältigt.

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