Die Trennkostlehre des Dr. Hay

Der amerikanische Arzt Hay entwickelte die Trennkost 1907; inzwischen hat sie eine ziemlich beeindruckende Verbreitung erfahren und taucht alle Jahre wieder unter einem anderen Namen auf. Dabei ging der Mediziner (!) von reichlich unsicheren Annahmen aus, die inzwischen längst widerlegt wurden. Seine Trennkost besagt, das beim Essen Kohlenhydrat und Eiweiße getrennt verspeist werden sollen; in der Regel das Eine abends, das Andere morgens. Außerdem sollen vier Fünftel des täglichen Kalorienbedarfs durch sogenannte „Faserstoffe“ gedeckt werden. Was man darunter genau zu verstehen hat, wissen wir nicht, jedenfalls zählt Hay Obst und Gemüse dazu. Nur ein Fünftel der Ernährung darf aus „Konzentrierten Lebensmitteln“ wie Fleisch und Fisch bestehen. Nach jeder Mahlzeit muss eine mindestens dreistündige Verdauungspause eingelegt werden, während den Mahlzeiten darf nichts getrunken werden.

Wie teilt Hay die Lebensmittel auf?

Zur Gruppe der Kohlenhydrate zählen nach Hay Nudeln und Reis, Kartoffeln und jede Art von Backwaren, sowie Zucker und Bananen. Eiweiße sind Fleisch und Milch, Milchprodukte mit einem Fettanteil unter 50%, sowie Eier und Nüsse.

Daneben gibt es die Gruppe der neutralen Lebensmittel; zu ihnen gehören alle Gemüse, die meisten Öle und Milchprodukte mit einem Fettanteil über 50%.

Es liegt auf der Hand, das Hays Einteilung falsch ist – Kartoffeln enthalten natürlich sowohl Kohlenhydrate als auch Eiweiß, etc. „Reine“ Lebensmittel im Hay’schen Sinne gibt es kaum. Die Trennkost provoziert einen Mangel an Calcium und Eisen. Eine unabhängige Studie konnte schon vor 20 Jahren feststellen, dass die positiven Auswirkungen der Trennkost sich auf ihren Charakter als größtenteils vegetarische Diät begründen lassen. Inzwischen werden andere Ernährungsprinzip wie die Weight-Watchers-Ernährung meist favorisiert.

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