Was macht eigentlich ein Wissenschaftslektorat?

Besonders, wenn es um die Durchsicht wichtiger wissenschaftlicher Arbeiten, wie zum Beispiel Dissertationen oder Habilitationsschriften, geht, kommt ein Wissenschaftslektor zum Einsatz. Er hat sich auf ein oder mehrere Gebiete spezialisiert, so dass er einen Text nicht nur hinsichtlich der Einhaltung der orthografischen und stilistischen Regeln beurteilen kann, sondern auch zu fachlichen Aussagen in der Lage ist. Ein Wissenschaftslektor kann den gesamten Werdegang einer wissenschaftlichen Arbeit begleiten und nimmt dabei eine beratende Stellung ein. Die genaue Tätigkeit des Wissenschaftslektors wird dabei von Auftrag zu Auftrag neu abgesprochen, er hat also nicht immer die gleichen Aufgaben. Teilweise kann es sich nur um die reine Durchsicht und Korrektur grammatikalischer und orthografischer Fehler handeln, andere Auftraggeber wünschen eine inhaltliche Korrektur. Kenntnisse über Kostenkalkulation sind ebenso gefordert, da ein Wissenschaftslektor auch seinem Auftraggeber gegenüber in der Lage sein muss, konkrete Aussagen über die anfallenden Kosten für die Korrektur und den Druck des Textes zu treffen.
Ein Wissenschaftslektorat sollte sowohl auf dem sprachlichen Gebiet bewandert sein, sprich, er sollte ein sprachwissenschaftliches oder ein geisteswissenschaftliches Studium absolviert haben, als auch Kenntnisse in einer bestimmten Fachrichtung mitbringen. Teilweise kann es auch sein, dass ein anderer Studiengang vorausgesetzt wird, beispielsweise einer mit einer technischen Ausrichtung. Das gilt vor allem, wenn der Wissenschaftslektor in einem Verlag angestellt werden soll, der sich auf eine Fachrichtung spezialisiert hat. Freiberufliche Wissenschaftslektoren bieten meist mehrere Fachrichtungen an, die sie betreuen können. Freiberufler bekommen ihre Aufträge entweder direkt von einem Auftraggeber oder über einen Vermittler, der die Anfragen der Kunden weiterleitet.

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