In der letzten Zeit wird immer wieder versucht den Kündigungsschutz aufzuweichen. Grund dafür sind die vielen Nachteile, mit denen vor allem Unternehmer zu kämpfen haben. Die meisten Unternehmer wünschen sich eher ein System wie in Amerika das unter dem Namen „hire and fire“ bekannt ist. Die Nachteile eines zu starren Kündigungsschutzes liegen auf der Hand. Die Lohnkosten steigen für die Unternehmen, da der Wettbewerb unter den Arbeitnehmern zu niedrig ist. Darüber hinaus sind die Lohnkosten nicht variabel, da eine Anpassung an eine schlechtere Auftragslage nur schwer möglich ist. Bei kleinen Betrieben ist dies noch möglich, bei großen allerdings nicht. Aus dem Grund schieben viele Unternehmen die Neueinstellung so weit hinaus, bis es nicht mehr abzuwenden ist. Junge Frauen haben schlechtere Einstellungschancen, da immer die Gefahr besteht, dass sie im Falle einer Schwangerschaft nicht kündbar sind. Dies alles führt zu Ineffizienzen bei den Unternehmen und schlimmstenfalls zu Wettbewerbsnachteilen.
Warum aber ändert man diese Situation nicht, wenn es doch besser für die Arbeitsmarktsituation wäre? Das liegt daran, dass der Kündigungsschutz, so wie wir Ihn kennen, auch Vorteile hat. In aller erster Linie ist dieser deshalb entstanden, da ein Bedarf erkannt wurde, den schwächeren Teil der Vertragspartner zu schützen. Dadurch steigt natürlich auch die Sicherheit der Arbeitnehmer, was wiederum zu höheren Konsum führt. Weiterhin steigt auch die Planungssicherheit auf beiden Seiten.
Der Kündigungsschutz stellt in dem Sinne keine absolute Unkündbarkeit her. Ein Unternehmen hat die Möglichkeit eine fristlose verhaltensbedingte Kündigung auszusprechen. Diese fußt auf einem nachweisbaren Fehlverhalten des Arbeitnehmers, welches oft mit Hilfe von einem
Detektiv nachgewiesen werden kann. Beispiele hierfür sind Diebstahl oder Krankmachen. In diesem Fall hat der Arbeitnehmer, keinen Schutz durch das Kündigungsschutzgesetz zu erwarten. Sollte die Kündigung aber auf Willkür zurückzuführen sein, so hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit durch eine Kündigungsschutzklage dem entgegen zu wirken. Dazu ist es dann ratsam einen Rechtsanwalt für
Arbeitsrecht einzuschalten, da hier auch entsprechende Fristen eingehalten werden müssen.
Andere Beiträge von AndrePetermann | 22. November 2007 |
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Kategorie: Politik - Recht