Samuel Bellachini lebte von 1828-1885. Sein bürgerlicher Name war Samuel Berlach, und er wurde in Polen geboren. Das Publikum des Zauberers kam eher aus dem volkstümlichen Bereich, jedoch soll er auch Hofzauberer bei Kaiser Wilhelm I gewesen sein. Seine Zuschauer fand er auf Jahrmärkten, in Cafés, in Hotels und auf Jahrmärkten. Die Popularität hatte er weniger durch seiner Geschicklichkeit erlangt, sondern eher mit seinem Sinn für Selbstvermarktung. Er machte mit auffallenden, farbigen Plakaten auf seine Shows aufmerksam, und konnte durch geschickte Werbung ein großes Publikum erreichen und begeistern. Sein Name wurde von vielen nachfolgenden Zauberkünstlern noch lange als Künstlername verwendet.
Bellachini sprach die deutsche Sprache nur gebrochen, er konnte sein deutsches Publikum jedoch trotzdem mit Witz und Späßen in seinen Bann ziehen. Eine Kostprobe seiner Kunst soll der Zauberer auf einem Wochenmarkt in Posen gegeben haben. Folgende Geschichte wurde über den Zauberer selbst, oder vielleicht auch einen seiner Namensvetter, überliefert:
Ein recht vornehm gekleideter Herr erkundigte sich auf einem Wochenmarkt bei einer Marktfrau nach dem Preis für Eier und konnte sich anschließend nicht zum Kauf entscheiden.
Er nahm ein Ei nach dem anderen in die Hand, hielt es gegen das Licht, roch daran und legte es schließlich wieder zurück zu den anderen Eiern. Sein Verhalten erweckte das Interesse anderer Marktbesucher und es entststand eine Menschenmenge, die sich über das Verhalten des seltsamen Marktbesuchers lustig machte. Die Marktfrau gab inzwischen zu verstehen, dass sie an dem Verstand des Kunden zweifelte. Zur Verblüffung des Publikums zerbrach der seltsame Herr ein Ei und hielt plötzlich ein leuchtendes Goldstück zwischen den Fingern. Den gleichen Effekt erzielte der
Zauberer auch bei anderen Eiern, die er zerbrach. Die Verkäuferin wollte ihre Ware nun nicht mehr zum Verkauf anbieten und zog den Korb zurück, jedoch stürmten die Zuschauer den Stand und zerbrachen die übrig gebliebenen Eier, die jedoch keine Münzen mehr enthielten, sondern sich als gewöhnliche Eier erwiesen.
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Kategorie: Kunst