LP contra CD – das faszinierende Thema seit 25 Jahren!
Als Anfang der 80er Jahren die CD Einzug in die HiFi-Anlagen der Musikfreunde hielt, waren (fast) alle sofort hellauf begeistert, dass sie ihre geliebten Schallplatten zu einem unwürdigen schnellen Ende verurteilten. Die meisten Vinyl-Schätze wurden verkauft – oft zur Freude der Händler und Schnäppchenjäger für “n Appel und ‘n Ei” – oder kurzerhand in den Keller verfrachtet, verschenkt oder gar entsorgt.
Ich selbst beging den Fehler, viele Kostbarkeiten zu verkaufen, die ich später dann, allerdings mit grossem Geldaufwand, wiederbeschaffen konnte, viele aber blieben für immer verloren.
Warum der Sinneswandel? Sehr schnell merkten viele HiFi-Anhänger, dass die CD nicht alles hielt, was sie anfangs versprochen hatte. Der Klang war zwar frei von Kratzern und Rauschen und besass auch eine beachtliche Dynamik. Zudem war die CD in der Handhabung wesentlich unempfindlicher als die Schallplatte, sie ertrug sogar leichte Kratzer ohne dass die Abspielqualität litt.
Aber, was war mit dem Klang? Viele Musikfreunde vermissten den warmen Klang, die füllige Präsenz der Musik: Der Klang der CD ist steril, arm an Wärme und Fülle, zu perfekt, zu technisch…eben, zu „digital“. Zu Recht! Daraus jedoch zu schließen, dass die CD der Schallplatte immer unterlegen sei, ist natürlich falsch: Es gibt sowohl sehr viele erstklassige CD-Aufnahmen wie auch viele schlechte LP-Aufnahmen. Tatsache ist jedoch, dass der HiFi-Gourmet, würde er vor die Wahl gestellt, eine erstklassige Aufnahme auf Schallplatte fast immer einer Aufnahme auf CD vorziehen wird.
Unvergessen die Worte meines Freundes Hartmut Bayer von Infinity, auf einer HiFi-Messe in Frankfurt, als er während einer Vorführung Schallplattenaufnahmen benutzte und ein Kollege ihm zurief: „Hartmut, nimm eine andere, die knistert zu sehr“ – „Was interessiert mich das Knistern, ich höre der Musik zu“.
Im Lauf der letzten 12-15 Jahre sind die CD-Produktionen erheblich besser geworden…verglichen mit den heutigen CDs, verhalten sich die Erstproduktionen aus den Jahren 1982-83 so wie ein Trabbi zu einem rassigen Wagen aus Bayern.
Und hier nun betritt der Klangbearbeiter die Bühne, der Schallplatten mit hochwertiger Software unter Einsatz des Computer aufnimmt, den Klang bearbeitet, ihn von Knistern und Kratzern befreit, ihm das gibt, was fehlt, sodass das Endergebnis auf CD angenehm warm und füllig klingt – nicht mit der im Handel zu erwerbenden CD zu vergleichen, mit ihrem giftigen, sterilen Klang.
Das ist auch der Grund, warum immer mehr HiFi-Freunde ihre Schallplatten vom Fachmann digitalisieren lassen. Dies garantiert das bestmögliche Ergebnis. Wer sich einmal selbst daran versucht hat, weiß, wie viel Erfahrung, gutes Gehör – der Profi weiss bereits beim ersten Anhören sofort, wo er ansetzen muss- und Musikverständnis, unter Einsatz hochwertiger Software, eine digitalisierte Aufnahme erfordert. Die meisten Freewareprogramme sind nicht empfehlenswert, wenn man ein klanglich gutes Ergebnis erzielen möchte. Die Kosten für eine digitalisierte Schallplatte vom Fachmann liegen meistens auf der gleichen Ebene wie die für eine im Handel erhältliche CD, oder sogar darunter. Und sie klingt besser.
Verlinken Sie diesen Artikel auf Ihrer Webseite: