Frühe Verkehrsmittel: Kanu und Kajak

Die Inuit verwendeten Holz und Knochen, über die sie Felle spannten, um den Kajak zu bauen. Der Kajak der Inuit war meist ein Ein-Personen-Kajak. Anderswo, zum Beispiel auf den Aleuten, wurden Boote, die dem Kajak der Inuit sehr ähnlich waren ebenfalls verwendet, diese waren teilweise auch für mehrere (i. Allg. zwei) Personen ausgelegt und dienten der Jagd auf dem Meer. Zum Reisen waren sie ebenso unabdingbar wie zum Transport schwererer Gegenstände. Noch sehr lange, und in vielen Gegenden der Welt auch heute, ist das Kanu bzw. Kajak ein wichtiges Verkehrsmittel.

Der Kajak wurde in unterschiedlichen Regionen, je nach Einsatzzweck, anders konstruiert: in Grönland war der Kajak schmal und lang, in Alaska eher kurz und breit. Das Wort “Kajak” kommt von dem grönländischen Wort “Qajaq”. Auf den Aleuten wird der Kajak zum Beispiel Bardaika genannt.

Zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts tauchten einige Kajaks in Deutschland auf, damals wurden sie “Grönländer” genannt. Im Breslau wurde 1860 ein erster Kajak-Klub, der “Grönländer-Club” gegründet. Sechs Jahre später erschien im Großbritannien das Buch “A Thousand Miles in the Rob Roy Canoe on Rivers and Lakes in Europe” von John Mac Gregor. Am Buchtitel zeigt sich unterschiedliche Verwendung des Wortes “Kanu”:

obwohl heute “Kanu” umgangssprachlich mit dem Canadier gleichgesetzt wird, ist es fachlich doch (auch im Kanu Sport) der Oberbegriff für Kajak (der mit Doppelpaddel gepaddelt wird) und Canadier (der mit Stechpaddel gepaddelt wird).

Das Kanu fahren wurde in Deutschland zuerst im Norden beliebt. Im bergigen Süddeutschland war der Rücktransport von Kajak und Kanadier aufgrund der stärkeren Strömung der Flüsse schwierig. Dies änderte sich, als das Faltboot erfunden wurde. Von nun an stand der Verbreitung des Kanu Fahrens nichts mehr im Wege und in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhundert erlebte das Faltboot eine Blütezeit. Mit der zunehmenden Motorisierung wurden die Aspekte des Kanu Transports in den Hintergrund gedrängt. Heute ist das Hartschalen-Kanu vor allem beim Kanu-Verleih, das Schlauchboot bei Freizeit-Kanuten und das Falt-Kanu auf Touren und Expeditionen zu finden. Auch die Materialien wurden vielfältiger und stabiler.

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