Sternwarte in Berlin

Wer gerne in eine Sternwarte geht oder sich für Astronomie interessiert, der sollte mal einem Besuch oder Berlin Urlaub in Erwägung ziehen. Denn dort gibt es zwei besonders schöne Observatorien:

Bewegen wir uns zunächst in den Ostteil der Stadt. Dort ist die Archenhold-Sternwarte romantisch im Treptower Park im schönen Berliner Ortsteil Alt-Treptow gelegen. Diese auch architektonisch interessante Sternwarte enthält den großen Refraktor, das weltweit längste bewegliche Fernrohr auf Linsenbasis; Insider sprechen liebevoll von der „Himmelskanone“.

Dieses Fernrohr ist eng mit der Geschichte der Archenhold-Sternwarte verbunden. Diese entstand aus einer nur temporär geplanten Anlage für die Gewerbeausstellung 1896 in Berlin. Dort sollte auch ein Ort zur Vermittlung wissenschaftlicher und astronomischer Erkenntnisse für die ganze deutsche Bevölkerung geschaffen werden. Für die astronomische Wissenschaft wurde 1893 Friedrich Simon Archenhold beauftragt ein großes Fernrohr zu entwickeln.

Das Fernrohr wurde im Treptower Park errichtet und mit einem Gebäude umgeben, das so für die geplante Gewerbeausstellung genutzt werden konnte. Beim Fernrohr handelte es sich dann um einen Refraktor (also ein Linsenfernrohr) mit einer Objektivöffnung von 68 cm, einer Brennweite von 2100 cm und einem bemerkenswerten Gesamtgewicht von mehr als 130 Tonnen.

Des weiteren finden wir im Westteil Berlins die sehr schöne Wilhelm-Foerster-Sternwarte und zwar auf dem Lieblingsberg der Berliner: dem Insulaner, einem Trümmerberg, im noblen Stadtbezirk Tempelhof-Schöneberg. Die Sternwarte ist da 1947 gegründet, offensichtlich ein Ergebnis der deutschen Teilung. Allerdings ist das wichtigste Fernrohr, der Bamberg-Refraktor schon 1889 von der Firma Carl Bamberg aus Berlin-Friedenau für die Berliner Urania gebaut worden. Mit der Öffnung von 314 mm und einer Brennweite von 5000 mm war dieser Refraktor zu seiner Zeit das größte Teleskop in dem Königreich Preußen. Nach dem 2. Weltkrieg wurde das Fernrohr erst 1963 in der 11-Meter-Kuppel der Wilhelm-Foerster-Sternwarte untergebracht.

Mit diesem bemerkenswerten Gerät wurden auch die Aufnahmen für den „Berliner Mond-Atlas“ ausgearbeitet. In den Jahren von 1964 bis 1969 erzeugten Adolf Voigt und Hans Giebler diesen Mondatlas, der auf 108 Fotographien den Mond in 31 verschiedenen Phasen zeigt. Für dieses Werk wurden die Autoren 1989 mit dem (nach dem Namensgeber der Sternwarte benannten) Wilhelm-Foerster-Preis ausgezeichnet.

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