Was kennzeichnet einen ‘guten’ Webkatalog?

Seit dem berüchtigten PR-Crash im Herbst 2007 sind viele Webmaster verunsichert, ob es sich noch lohnt, seine Seiten in Webkatalogen anzumelden. Nicht zuletzt auch deshalb, weil gerade Linkverzeichnisse zum Teil mit besonders großen PR-Einbußen bedacht wurden. Schnell war sich die SEO-Szene einig, daß die Katalogbetreiber selbst schuld wären, sie hätten sich zu sehr auf gekaufte Links verlassen oder die Popularität respektive den eigenen hohen PR ihrer Directories zum schamlosen Linkverkauf ausgenutzt und überhaupt würden Links aus Webkatalogen nichts mehr bringen. Wenn man sich schon unbedingt eintragen wolle, dann solle man sich nur auf die ‘guten’ konzentrieren. Die Meinungen, was gut und was schlecht ist, gehen dann jedoch weit auseinander. Natürlich halte ich meinen eigenen Webkatalog für einen ‘guten’ und erkläre im Folgenden, warum:

Als ich meinen eigenen Webkatalog Anfang 2007 in einem SEO-Forum vorstellte, hagelte es Kritik: zu viele Rubriken, damit zu viele interne Links, das wird nie etwas, das ist kein ‘guter’ Webkatalog. Nun, indessen sind etliche Monate ins Land gegangen und viele, viele Webmaster haben sich seither mit ihren Seiten eingetragen. Umsonst? Nein, natürlich nicht. Da ich auch eigene weitere Projekte mit einem Eintrag im Katalog versehen habe, kann ich dessen Wirkung selbst nachvollziehen. Da wird überhaupt nichts von Google als ‘weniger wertvoller’ Link eingestuft, die Links zählen ganz normal und vererben inzwischen in vielen Rubriken einen PR3, der von einer PR4-Startseite gespeist wird. Ist es nun wegen der PR-Vererbung ein ‘guter’ Webkatalog? Ja, einen Teil des ‘Gutseins’ macht es schon aus, denn bei vielen anderen Katalogen haben nicht nur neue, sondern irgendwie alle Unterseiten PR0 oder gar PRgrau. Aber PR allein reicht noch nicht für eine positive Beurteilung. Google möchte angeblich Content, also Text. So findet man auf manchen anderen Seiten die seltsamsten Textbeilagen, um die Suchmaschine zufrieden zu stellen. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen: Ein guter Webkatalog soll nämlich nicht nur die Suchmaschine, sondern und vor allem den Nutzer zufrieden stellen und letzterer möchte, wenn er ein Webverzeichnis nutzt, nur ungern sinnlose Texte lesen. Deshalb gibt es bei suchklick.de die Möglichkeit, daß andere Webmaster, die sich in bestimmten Gebieten auskennen, nach Art eines Artikelverzeichnisses die Einleitungstexte zu den verschiedenen Rubriken verfassen (und als Lohn dafür ein oder zwei Backlinks bekommen).

Am nutzerfreundlichsten ist jedoch die Rubrikenvielfalt, auch wenn sie nach der oben erwähnten Kritik den PR auf den Unterseiten verwässern würde. Tut sie nicht. Fast jede Unterseite hat Hauptseiten-PR minus 1 – völlig normal. Aber warum ist das nun nutzerfreundlich? Weil es hilft, Spam zu vermeiden. Spam ist nämlich nicht per Definition Spam, sondern wird es erst, wenn er in Rubriken auftritt, die mit dem Thema der entsprechenden ‘Spam’-Seite nichts zu tun haben. Meist, weil es eben in vielen Webkatalogen viel zu wenige und damit schlecht passende Rubriken gibt. Die Erfahrung zeigt, daß die oft beschimpften ‘Spammer’ die Möglichkeit eines rubrikengenauen Eintrages gern annehmen und zu schätzen wissen und ihre Links damit ganz normale Verweise in einer passenden Kategorie werden. Im Umkehrschluß freuen sich auch Besucher, die, um ein typisches Beispiel zu nennen, eine Versicherungsvergleichsseite suchen, wenn sie eine passende Rubrik mit durchaus kompetenten Verweisen finden. So einfach wandelt sich der ‘Spammer’ zum Dienstleister. Natürlich klappt dies, wie erwähnt, nur, wenn eine ausreichende und sinnvoll gegliederte Zahl von Rubriken vorhanden ist.

Bis hierher zusammengefaßt ergibt sich auf der Habenseite ein vererbter und tatsächlich vorhandener PR sowie eine breite Rubrikenvielfalt. Hinzu kommt eine flache Hierarchie, denn allzuoft verschwinden Links in Katalogen in den Katakomben der 4. oder 5. Ebene, wo sie kein Suchmaschinenspider je als erwähnenswert einstuft.

Doch das meiner Meinung nach wichtigste Kriterium ist das ‘Sauberhalten’ des Kataloges. Daß echter Spam, Doubletten-Domains oder Baustellen keine Aufnahme finden, ist dabei nur die halbe Miete. Ebenso wichtig und damit fast ein Alleinstellungsmerkmal ist die Korrektur der eingereichten Linktexte. Es ist unglaublich, daß ein Großteil (!) der eintragenden Webmaster weder Ahnung von Rechtschreibung noch von Kommasetzung oder Grammatik hat. Durch die Korrektur dieser vielfältigen Fehler setzen sich die dann freigeschaltenen Einträge von jenen ab, die mit den selben Lücken in anderen Katalogen achtlos veröffentlicht wurden. Aus massenhaft gestreuten Linktexten wird sozusagen unique Content. Das freut nicht nur die Suchmaschine, sondern insbesondere den Nutzer.

Noch einmal zusammengefaßt steht den positiven Eigenschaften dieses Kataloges, wie sinnvoller Content, Vererbung tatsächlichen PRs, flache Hierarchie, große Rubrikenanzahl zur Vermeidung unpassender Einträge und manuelle Orthografie- und Grammatikkorrektur nur eine weniger schöne gegenüber: Der Katalog wird bei Google (natürlich *g) viel zu weit hinten gelistet. Um das ein Stückweit zu ändern, habe ich hier diesen Artikel veröffentlicht und bedanke mich fürs Lesen.

Autor: Marco Struckmann
admin /ät/ suchklick /./ de

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