Was kennzeichnet einen guten Chorleiter?
Der Chorleiter muss singen können. Die Stimme muss frei von Fehlern sein, sie muss Beweglichkeit und Ausdauer haben. Das Singen ohne Sprache ist undenkbar, ein Klassik Gesangslehrer muss hier das singende sprechen und das sprechende Singen vermitteln, damit der Chorleiter das wiederum an den Chor weitergeben kann. Der Chorleiter, der alle Stimmen einer Partitur dem Chor richtig in den Notenwerten, in der Intonation, mit der klingenden Sprache, mit der Gestaltung jeder einzelnen Note vorsingen kann, darf auch das gleiche vom Chor erwarten, ja, er vermag dann überhaupt erst zu hören, ob die Forderung nach Pünktlichkeit, Intonation, Sprache und Gestaltung erfüllt ist.
Der Chorleiter muss Klavier spielen können, jedenfalls so gut, dass er wenigstens ein oder zwei Stimmen auf dem Klavier im Tempo, mit der entsprechenden Dynamik und dem angemessenen Charakter darstellen kann. Und er muss sich dir Partitur bei der häuslichen Vorbereitung auch einmal darstellen können.
Theorie und Gehörbildung kann man lernen. Beim Hören geht es aber nicht nur um das Erkennen von Rhythmen und Intervallen, sondern auch um Intonation und Klangfarbe. Ein Vokal kann verschiedene Klangfarben haben. Er kann hell oder dunkel, grell oder matt sein. Ein greller Vokal bei einem hohen Ton kann auf einen stimmtechnischen Fehler oder aber auf eine überspannte Dirigierform des Chorleiters zurückgehen. Die Fehler muss der Chorleiter erkennen können. Ebenso kann ein matter Chorklang in mangelnder Aktivität und Begeisterungsfähigkeit des Leiters begründet sein. Es gibt offene und geschlossene Vokale: das „i“ von „bist“ ist ein offener Vokal; lässt der Chorleiter zu, dass auf einer langen Note der an sich kurze und offene Vokal lang und geschlossen gesungen wird, ändert sich der Sinn: der Klassik Hörer hört dann statt: „bist“ ein „Biest“. Daher muss der Chorleiter sein Ohr ständig für die Genauigkeit der Sprache schulen.
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