Nominalzins vs. Effektivzins
Allgemein werden sie in der Finanzwirtschaft Disagio und Agio genannt. Hierbei handelt es sich um Auszahlungsabschläge (Disagio) bzw. Rückzahlungsaufschläge (Agio) auf den beantragten Kreditbetrag (Nominale). Der häufigste Grund für ein Disagio sind Bearbeitungsgebühren der Bank welche sich meistens zwischen 0,5 und 3 % bewegen. Diese werden oftmals an den Kreditvermittler als Provision ausgezahlt und somit dem Kreditnehmer zusätzlich angelastet. In Österreich kommt auch noch die so genannte Kreditsteuer in der Höhe von 0,75 % dazu wodurch hier nochmals erhebliche Mehrkosten entstehen.
Der effektive Zinssatz gibt die Höhe der real entstandenen Kosten an. Somit werden sowohl die eigentlichen Zinszahlungen (nominaler Zinssatz) als auch alle anfallenden Nebenkosten zusammengezählt. Daher ist es sinnvoll verschiedene Kredite immer nur mit dem effektiven Zinssatz zu vergleichen, da aufgrund von unterschiedlichen Bearbeitungsgebühren und sonstigen Kosten der vergleich der nominalen Zinsen nicht aussagekräftig sind.
Im deutschsprachigen Raum ist es außerdem Pflicht für Banken dem Kreditnehmer die effektiven Zinsen bei einem Angebot extra auszurechnen, damit der Konsument die Möglichkeit zum Vergleichen hat. Besonders Acht geben muss man beim Vergleich von Krediten mit unterschiedlichen Laufzeiten, denn ein niedrigerer Effektivzins ist nicht gleich die geringere Gesamtbelastung. Je länger die Laufzeit umso höher die Gesamtbelastung. Daher sollte man versuchen einen Kredit möglichst kurzfristig zurück zu bezahlen um die Rückzahlungshöhe möglichst gering zu halten.
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