Tuning von Modellautos – Ein Leitfaden für den Modellbauer

„Schon wieder ein Artikel über Modellautos“, werden Sie denken. Und tatsächlich, es geht einmal mehr um Modellautos. Nachstehend soll dem Modellbauer ein kleiner Tuning-Leitfaden zur Verfügung gestellt werde, der den Einstieg ins Modellauto-Tuning erleichtern soll.

Zunächst einmal die Frage: Was ist Tuning? Der Begriff „Tuning“ entstammt dem Englischen und bedeutet „Abstimmung“. Denkbar ist jede Form des Tunings. Vom Auto bis zum PC kann alles modifiziert werden, eben auch Modellautos!

Im Bereich der echten Autos begannen die ersten „Tuner“ bereits in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts damit Autos zu modifizieren, wobei sich die Maßnahmen anfangs auf den Bereich der Leistungssteigerung beschränkten. Nach und nach wurden aber auch äußere Veränderungen vorgenommen, zunächst vor allem um die Aerodynamik zu verbessern. Ausgenommen von diesen Betrachtungen bleiben die vereinzelten Sonderanfertigungen von Karosseriebauern, die Autos ganz neu „einkleideten“. Schließlich wurde Tuning ab den 70ern zu einem wahren Massenphänomen. Wer kennt sie nicht, die extrem breiten Tuning-Autos der späten 80er Jahre, die teilweise auch „Plastikbomber“ genannt wurden, weil sie mit Unmengen von Kunststoffverbreiterungen teils bis zur Unkenntlichkeit umgebaut wurden? Dieser Trend zur Individualität im Automobilbereich hat sich bis heute gut gehalten.

Und der Trend schlug auch über auf den Modellbau. Seit einigen Jahren kann man den sprunghaften Anstieg des Modellauto-Tunings beobachten. Am deutlichsten wird die Größe der Fangemeinde wenn man in den großen Onlinemärkten nach Tuningmodellen sucht. Modellauto-Tuning hat genau wie bei den „großen Brüdern“ seine Berechtigung. Denn was ist langweiligeres als ein Modell von der Stange? Es gibt zwar eine große Anzahl toller Sammlermodelle, aber die individuelle Note macht aus einem Massenprodukt ein Unikat nach eigenen Wünschen. Also ran ans Tuning!

Aber wie? Was muss man beachten? Welche Modelle eignen sich besonders gut für den Umbau?

Als einer der detaillierteren Maßstäbe eignet sich der Maßstab 1:18 besonders gut für Tuningmaßnahmen. Die Modelle sind ca. 25 cm lang und weisen bereits ab Werk schon eine gute Qualität und viele Details auf. Mittlerweile gibt es gute Modellautos bereits für wenig Geld und die Qualität wird mit der Zeit immer besser. Am geeignetsten sind Modelle in mittlerer Preisklasse, weil da das Tuningpotential am größten ist.

Die Tuningmaßnahmen ähneln denen bei echten Autos. Es beginnt meist bei den Felgen: Tuningfelgen gibt es als „Chromies“ also als chromfarbene Plastikfelgen oder als teuere Aluminium-Felgen, die schon mal 50 € und mehr kosten können. Als Mittelweg kann man sich auch für Felgen entscheiden, die aus Alu-Felgenring und Kunststoff-Inlay bestehen.

Weiter geht es mit Modifikationen an der Karosserie: Hier ist auch einiges möglich. Eine individuelle Lackierung verwandelt jedes Auto in ein Showcar. Allerdings bedarf es einiger Übung bis man mit Airbrush oder Lackierpistole gute Ergebnisse erzielt. Der einfachere Weg für Einsteiger ist es einfach beim Lackierer nebenan zu fragen, ob dieser nicht das Modellauto mal eben kurz „mitlackiert“. Ok, das kostet, aber das Ergebnis kann sich wenigstens sehen lassen. Natürlich können auch bei Modellautos Verbreiterungen und Anbauteile verbaut werden. So kann man mit „Power-Knete“ (Epoxyd-Harz) oder Spachtelmasse Spoiler oder Kotflügel modellieren.

Auch der Innenraum eines Modellautos kann umgestaltet werde. Die alten Sitze raus und neue Sportsitze rein, so einfach ist das. Sitze kann man beispielsweise mit Viskoseflocken überziehen und so eine stoffähnliche weichen Oberfläche erzielen. Ergänzend noch ein Sportlenkrad aus Resine und Alu-Pedale rein (alles als Tuningzubehör erhältlich) und schon kommt echtes Tuning-Flair auf.

Beliebt ist auch das „Tieferlegen“ der Modelle (wie im echten Leben auch). Allerdings sollte man darauf achten, dass die Räder sauber in den Radkästen sitzen und nicht rausschauen. Da die Modelle nicht fahren sollen kann man getrost die alten Felgen abziehen und auf die Achsen die neuen Felgen aufkleben. Allerdings müssen vorher die Felgen an die Achsen angepasst werden. Wird dabei sauber gearbeitet und angepasst sieht man später im Ergebnis die Klebestelle gar nicht und selbst bei Unteransicht des Modells fällt es nicht auf, dass einmal andere Felgen verbaut waren.

Wie man sieht, ist der Phantasie des Modellauto-Tuners keine Grenze gesetzt. Modellauto-Tuning ist ein schönes Hobby und ein kreativer Weg zum eigenen Traumauto zu gelangen, wenn auch nur im Kleinformat. Beispielmodelle und zahlreiche Tipps zum Tuning findet man auf Tuningmodelle.de. Und wer von Tuning nicht genug bekommen kann, kann sogar seinen Bildschirmhintergrund mit einem Tuning-Wallpaper verschönern.

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