Werke Heinrich Heines – Das literarische Echo einer Insel
Heine suchte und fand Erholung von der Juristerei. “Die See war mein einziger Umgang – und ich habe nie einen besseren gehabt”, brachte der Dichter sein Bekenntnis zum Meer zu Papier.
Heinrich Heine hat es auf Norderney gefallen. Schließlich kehrte er auch in den beiden Folgejahren zurück auf die Insel. Der Schriftsteller besuchte die Spielbank, er saß auf der Düne, beobachtete und schrieb – und ging viel spazieren. Heine genoss die Weite der Landschaft und die Heilkraft der Luft. “Gar besonders wunderbar wird mir zu Mute, wenn ich allein in der Dämmerung am Strand wandle – hinter mir flache Dünen, vor mir das wogende, unermeßliche Meer…” pries Heinrich Heine Norderney.
Das Erlebnis Norderney wurde für Heinrich Heine zum Begriff für die Nordsee. Die Nordsee wiederum symbolisierte das Meer schlechthin. “Die Nordsee” hat Heinrich Heine zwei große und großartige Gedichtzyklen betitelt, welche beide 1826/27 entstanden sind.
Nach dem ersten Sommerurlaub auf Norderney zog Heine von Göttingen nach Hamburg, heraus aus der Enge. 1826 erschien dann der erste Teil seiner berühmten “Reisebilder”. Die Sammlung enthielt neben “Die Harzreise” auch den Text “Die Nordsee”. Ein Jahr später folgte dann der zweite Teil mit dem Prosastück “Die Nordsee, II und III”. Das dritte Nordsee-Stück befasst sich aber nur noch in der Einleitung mit dem Badeleben und den Bewohnern Norderneys. Heine setzte hier zu seinem ersten deutlicheren Angriff auf den Adel an und bekannte sich zu den Ideen Napoleons.
Heinrich Heine ist der einzige Tourist Norderneys, dem die Insulaner ein Denkmal gesetzt haben. 1983 wurde es auf der Insel aufgestellt, gefertigt nach Entwürfen des Bildhauers Arno Breker aus dem Jahre 1930. Dabei waren die Bewohner dem satirischen Dichter lange Zeit in einer Art Hassliebe verbunden. Denn nicht alles, was der Dichter über Norderney zu Papier brachte, war schmeichelhaft. “Die Tugend der Insulanerinnen wird durch ihre Hässlichkeit und gar besonders durch ihren Fischgeruch, der mir wenigstens unerträglich war, vorderhand geschützt”, bemerkte Heine.
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