Das Politische System Argentiniens

Argentinien ist eine föderalistische, republikanische Präsidialdemokratie laut der Verfassung von 1994.
Die mächtigste Person im Staat ist das Staatsoberhaupt, der zugleich der Regierungschef ist und der auch die Möglichkeit hat, per Dekret zu regieren. Während der Abwesenheit des Staatsoberhauptes wird dieser durch den Vizepräsidenten vertreten. Die Präsidentschaftswahlen finden alle vier Jahre statt und der Präsident wird meist in zwei Wahlgängen vom Volk direkt gewählt. Eine Person kann maximal zwei Regierungsperioden hintereinander (acht Jahre) im Amt sein. Dass ein Präsidentschaftskandidat die argentinische Staatsbürgerschaft inne haben muss, ist verständlich. Doch etwas ungewöhnlich für europäische Verhältnisse ist, dass der Präsident dem römisch-katholischen Glauben angehören muss.
Die gesetzgebende Gewalt nennt sich in Argentinien „Congreso“ (Kongress) und besteht aus der Abgeordnetenkammer und dem Senat und wird in den einzelnen Provinzen häufig zu unterschiedlichen Terminen gewählt.
Die Abgeordneten der Kammer werden per Verhältniswahlrecht ermittelt und sind nach einem definierten Schlüssel auf die Provinzen verteilt. Aktuell fällt auf etwa 33.000 Einwohner ein Abgeordneter der Kammer.
3 Senatoren darf jede Provinz und die autonome Stadt Buenos Aires in den Senat entsenden. Die Wahl der Senatoren erfolgt nach einem Sonderfall des Mehrheitswahlrechts, wobei die Stärkste Partei einer Provinz zwei Senatoren und die zweitstärkste Partei einen Senator stellen darf.
Das komplizierte politische System in Argentinien ist für viele Bürger undurchsichtig und Kritiker meinen, es fördere die Inszenierung einzelner Personen sowie die Korruption.
Aktuell ist die charismatische Fernández de Kirchner die Präsidentin und somit mächtigste Frau in Argentinien. Im Oktober 2007 konnte sie sich deutlich im ersten Wahlgang gegen ihre Konkurrentin Elisa Carrió durchsetzen. Die Präsidentin Fernández de Kirchner führt die von ihrem Ehemann eingeleiteten Reformen fort. Bemerkung am Rande: Die Tochter von Ofelia Wilhelm und Eduardo Fernández stammt mütterlicherseits von deutschen und väterlicherseits von spanischen und Immigranten ab.
Argentinien konnte sich nach dem Staatsbankrott 2001 wirtschaftlich deutlich erholen und zieht dank vergleichsweise niedriger Preise und zahlreicher Sehenswürdigkeiten Jahr für Jahr immer mehr Touristen aus Europa an. Alle die eine Reise in das aktuell wirtschaftlich und politisch stabile Land planen, finden hier zahlreiche Reiseberichte aus Argentinien.

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