Statistische Auswertung von Doktorarbeiten

Bei medizinischen Doktorarbeiten wird dem p-Wert eine magische Bedeutung zugesprochen. Während ein p-Wert von 0,06 als nicht signifikant erachtet wird und ganze Universitäten verzweifeln lässt, wird ein p-Wert von 0,04 als signifikant angesehen und löst mitunter lebhafte Begeisterung aus.

Wie erhält man eine Signifikanz? Diese Frage stellen sich seit Jahrzehnten ganze Generationen von Doktoranden, die über der medizinischen Statistik brüten und ein Verfahren nach dem anderen ausprobieren, um schließlich signifikante Ergebnisse zu erhalten. Durch eine professionelle statistische Auswertung können dabei viele Fehler vermieden werden. Man sollte aber stets bedenken, dass z.B. bei kleinen Studienkollektiven bereits das Auftreten von ein oder zwei Ereignissen die ganze Statistik grundlegend verändert werden kann. Oftmals ist es viel wichtiger, die Daten richtig zu interpretieren als um jeden Preis eine Signifikanz zu berechnen, wobei es in der Regel ausreicht, einen Trend richtig zu beschreiben und wissenschaftlich einzuordnen.

Man sollte auch bedenken, dass durch multiples und oftmals auch sinnloses Testen viele falsch positive Ergebnisse produziert werden. Wenn man 100 zufällige Zahlenreihen multipel testet (also jede Zahlenreihe mit jeder) ist mit fast 100%iger Sicherheit ein signifikantes Ergebnis dabei.

In vielen Fällen kann es hilfreich sein, mit einer medizinischen Wissenschaftsberatung zusammenzuarbeiten. Diese kann bereits vor der statistischen Auswertung behilflich sein und z.B. durch Planung von größeren Fallzahlen eine bessere und aussagekräftigere Statistik möglich machen. Zusätzlich kann durch Zusammenfassen von Variablen oftmals ein allenfalls grenzwertiger Unterschied signifikant werden. Schließlich können Ergebnisse grafisch dargestellt werden, so dass oftmals auch nicht signifikante Ergebnisse gut präsentiert und in einer Doktorarbeit verarbeitet werden können.

Dr. med Tanja Kottmann
Kontakt[at]medizinische-wissenschaftsberatung.de

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