Rohstoffinvestment mit ETF

Die Notierungen für Rohstoffe haben sich in den letzten Jahren teilweise mehr als verdoppelt. Viele Rohstoffe haben so manchen Aktienindex deutlich outperformt. Zwar sind die meisten Rohstoffnotierungen im Zuge der Finanzkrise zurückgegangen, allerdings sehen viele Anleger dies als Chance, von einer erwarteten Fortsetzung der Megahausse zu profitieren. Mit dieser Einschätzung stehen sie nicht allein da. Viele Experten prognostizieren mittelfristig deutlich höhere Preise für Rohstoffe aller Art und insbesondere für fossile Rohstoffe.

Für Privatanleger bieten sich zwar generell verschiedene Möglichkeiten, um in Rohstoffe zu investieren, allerdings eignen sich nicht alle Möglichkeiten gleichermaßen. Vielmehr existieren zwischen den einzelnen Anlageformen derart starke Unterschiede, dass die Performance bei der Wahl einer ungünstigen Anlageform deutlich geringer ausfallen kann als im optimalen Fall. Für ein Investment in viele Rohstoffe ungeeignet: Der physikalische Erwerb. Aufgrund hoher Lagerkosten oder der begrenzten Haltbarkeit von Rohstoffen, ist der physikalische Erwerb meist nicht praktikabel.

Zertifikate auf Rohstoffe, Rohstoffbaskets oder Rohstoffindizes erscheinen Anlegern oft attraktiv. Allerdings bergen sie besonders große Nachteile. Zertifikate müssen über die Börse oder im Direkthandel mit dem Emittenten gehandelt werden. Dadurch entstehen Ordergebühren, die sich je nach Broker, Volumen und Börsenplatz stark unterscheiden können. Darüber hinaus sind Zertifikate meist nur mit einem hohen Spread handelbar. Das bedeutet, dass zwischen An- und Verkaufskurs meist eine Spanne von einigen Prozent liegt (ähnlich wie der Ausgabeaufschlag bei Fonds). Außerdem gehen Zertifikatekäufer immer das Emittentenrisiko ein, wonach sie ein Ausfallrisiko einkalkulieren müssen.

Sinnvoller erscheint ein Investment über spezielle Rohstofffonds. Diese werden von Kapitalanlagegesellschaften auferlegt und direkt oder über Banken und Sparkassen vertrieben. Beim Erwerb fällt meist ein nicht unerheblicher Ausgabeaufschlag an. Dieser beläuft sich in der Regel auf mehrere Prozent der Anlagesumme. Ansonsten fallen in der Regel keine Kosten für den Erwerb an. Die Verwaltungsgebühren liegen meist über einem Prozent.

ETF, Exchange-Traded Funds, stellen gegenüber den vorgenannten Anlageformen die sinnvollste Möglichkeit dar, um in Rohstoffe zu investieren. Dabei handelt es sich um börsengehandelte Fonds. Mit diesen können Anleger beispielsweise in Rohstoffe, Rohstoffbaskets oder -indizes investieren. Bei Indexfonds ist die Verwaltungsgebühr meist besonders gering, da kein aktives Management erforderlich ist. Indexfonds / ETF bilden einen Rohstoffindex beinahe ein zu eins nach. Die Managementgebühr liegt hier meist unter 0,5 Prozent. Beim Kauf fällt kein Ausgabeaufschlag an. Lediglich die Börsengebühren muss der Käufer tragen. Ein Verkauf der ETF ist jederzeit über die Börse möglich. Damit bleiben Anleger jederzeit flexibel. ETF stellen momentan die wirtschaftlichste und unkomplizierteste Möglichkeit dar, in Rohstoffe zu investieren.

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