Immer wieder super

Mittlerweile seit drei Jahren präsentiert sich die bzw. das verrückte Zauber-Ei mit ständig wechselnder Künstler-Besetzung. Und das an jedem zweiten Montag im Monat im „Theater im Hof“ in Köln, Roonstraße. Das Konzept basiert auf immer wieder unterschiedlich arrangierten Programm-Abläufen mit verschiedenen Künstlern. Interessenten können rechtzeitig vor der nächsten Show via Newsletter oder auf der Homepage www.zauber-ei.com erfahren, wer aus dem Pool von bisher ca. 60 Künstlern das Publikum bei der nächsten Vorstellung begeistern darf und wird:

Vielleicht der Zauberer Erasmus Stein, der sein Publikum abwechselnd zum Staunen und Bekämpfen akut drohender Lachkrämpfe verleitet? Oder das Vierer-Gespann von CIRCUSTANCES, was durch Atem beraubende Jonglage, kombiniert mit packender Zauberkunst, begeistert? Möglicherweise auch Schmitz Backes; wenn er nicht gerade als Büttenredner irgendeine Karnevalsgesellschaft aus dem Häuschen treibt, fasziniert er beim Zauber-Ei sein Publikum mit karnevalistischem Hokuspokus. Sobald der allgemeine Eindruck entsteht, sinnlos die Sinne zu verlieren, hat höchst wahrscheinlich Astrid-Gloria sinnvoll plappernd ihre flinken Finger im Spiel. Denn für Sinnliches und Übersinnliches ist ganz klar sie die Fachfrau des Abends. Und wenn das Publikum nicht nur sprichwörtlich aus den Socken ist, trägt daran vermutlich Christian Lindemann die Schuld. Als passionierter Taschendieb und -spieler sowie erklärtes „Schnuckelchen“ begeistert er durch das was keiner will: Klauen was das Zeug bzw. das Publikum (nicht) hergibt.

Diese hier lediglich sehr eingeschränkt vorgestellte Auswahl an Künstlern zeigt einen ungefähren Querschnitt dessen, was der Zuschauer während einer Vorstellung im Theater am Hof, wenn in Köln mal wieder das Zauber-Ei zuschlägt, erwarten darf. Wer auf Enttäuschungen hofft, sollte sich vorsichtshalber sein Strickzeug mitbringen … Das er dann doch nicht brauchen wird. Denn das kleine gemütliche Theater im Herzen der Kölner Innenstadt vollbringt etwas, das sich fast jede Frau von ihrer Handtasche wünscht: Innen mehr Platz zu haben, als es von außen den Anschein erweckt. Zumindest was die Stimmung während der Vorstellungen betrifft, könnte sie auf den 40 bis maximal 64 Zuschauerplätzen nicht voluminöser sein. Interaktionen durch das Publikum sind nicht nur ausdrücklich erwünscht, sondern lassen sich bei der Nähe zur Bühne auch gar nicht verhindern. Da die verfügbare Platzzahl sehr begrenzt ist, sollten Karten immer rechtzeitig vor der nächsten Vorstellung gekauft oder bestellt werden. Denn eines haben die Vorstellungen mit potentiellen Enttäuschungen doch gemeinsam: Sie sind immer verdammt schnell ausverkauft. Das längst gebildete Stammpublikum weiß das natürlich. Und als einzige regelmäßige Veranstaltung im Genre Zauberei in Köln spielt das Programm des Zauber-Ei’ natürlich nie vor leeren Rängen.

Die fulminante Stimmung während der außergewöhnlichen Vorstellungen mit höchst ungewöhnlichem Mix von schrägem Humor bis poetischer Philosophie verdankt das Zauber-Ei nicht nur Zauberern aus NRW, sondern ebenso alten Hasen bis jungen Hühnern, jeweils männlich oder weiblich, aus ganz Deutschland und dem angrenzenden Ausland. Hauptsache immer wieder neu, immer wieder erstklassig, immer wieder mitreißend. Und das Ganze immer wieder professionell präsentiert von Florian Severin dem Zauberer aus Köln. Durch die kuschelige Atmosphäre im Theater kann der Zuschauer selbst aus der letzten Reihe jede Aktion auf der Bühne genauestens beobachten und verfolgen. Mehr noch: Das gesamte Publikum ist Teil der Vorstellung und jeder Gast trägt eine der Hauptrollen; egal, wie düster, albern oder abgefahren diese auch sein mag.

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