Die richtige Auswahl von Rettungswesten (Sicherheit auf See)

Die Auswahl der Rettungsweste für den eigenen gebrauch auf See ist oft sehr schwierig.
Es spielen eine Reihe von Kriterien eine Rolle welche genau abgewogen werden sollen, damit im Ernstfall die richtige Ausstattung an Bord ist.

Es werden grundsätzlich drei Arten von Rettungswesten unterschieden, welche abhängig vom Auslösemechanismus funktionieren.
Es gibt Rettungswesten mit Handauslösung, was bedeutet dass die Rettungsweste durch ziehen an einer Leine ausgelöst werden muss.
Die zweite Art von Rettungswesten sind Modelle mit automatischem Auslöser. Automatische Auslöser reagieren auf Wasserkontakt, d.h. wenn die Salztablette mit Wasser in Berührung kommt löst die Weste aus.
Die dritte Art eine Rettungsweste auszulösen ist das hydrostatisch hammar Modell. Dies bedeutet, dass die Rettungsweste nicht nur allein durch eindringendes Wasser ausgelöst wird sondern zusätzlich noch den Wasserdruck durch das eintauchen ins Wasser beim hineinfallen.
Der Nachteil der hydrostatisch hammar Westen ist, dass das wieder klar machen der Weste nach dem Auslösen nur mit Spezialwerkzeug durchgeführt werden kann und somit für den weiteren Törn nicht mehr Einsatzfähig ist.
Bei automatischen Westen ist das Ersetzen der Patronen und Salztabletten jedoch relativ einfach, so dass man nach dem Auslösen die Weste mit einer Patrone und einer Salztablette wieder Einsatzfähig machen kann. So kann man diese Weste auf dem Törn nach Überprüfung weiter verwenden.

Weiterhin unterscheiden wir noch bei Rettungswesten den Auftrieb.
Es gibt Westen mit 150N Auftrieb und mit 275N Auftrieb.
Die Weste mit 275N Auftrieb hat bedeutend mehr Kraft um einen Ohnmächtigen in die Ohnmachtsichere Rückenlage zu drehen.
Dies wird nämlich durch die Luft welche sich unkontrolliert in den Kleidungsstücken befindet teilweise verhindert oder der Vorgang des Umdrehens verzögert.
Der Nachteile der 275N Rettungsweste ist, dass sich mit dieser Weste aufgrund der großen Luftblase kaum Schwimmbewegungen ausführen lassen wenn sie einmal aufgegangen ist. Mann kann natürlich etwas Luft ablassen, damit man damit wieder Schwimmbewegungen ausführen kann.
Die Rettungsweste mit 150N lässt im Gegensatz zu 275N Weste bedingt Schwimmbewegungen zu um in Richtung Boot zu schwimmen.
Fazit: Im Ernstfall ist auf jeden Fall eine Weste mit 275N zu empfehlen, die deutlich mehr Sicherheit bietet.
Eine Rettungsweste sollte bevor man sie auf einem Schiff anlegt unbedingt vorher einmal probiert worden sein. Der häufigste Fehler beim Anlegen von Rettungswesten ist das zu enge Anlegen der Weste. Beim anlegen der Weste sollt man darauf achten, dass unter den Verschluss noch ca. eine Faust darunterpasst um zu verhindern, dass beim Auslösen der Weste man sozusagen abgeschnürt wird.

Dipl.-Ing .FH Uwe Vetter
schiffszubehör.com

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