Neodym-Magnete
Über 90% des weltweit produzierten Neodyms werden in China gewonnen. Dort hat sich auch eine starke Industrie zur Verarbeitung des Neodyms zu Magneten herausgebildet.
Neodym-Magnete enthalten als weitere Hauptbestandteile Eisen (chem. Zeichen: Fe) und Bor (chem. Zeichen: B). Aus diesem Grund wird das Magnetmaterial auch mit NdFeB abgekürzt.
Zur Herstellung von Magneten werden die fein gemahlenen Bestandteile unter Einwirkung eines Magnetfeldes gesintert. Dabei können die unterschiedlichsten Formen und Größen produziert werden. Am gebräuchlichsten sind Scheibenmagnete, Quadermagnete sowie Stab-, Würfel-, Kugel- und Ringmagnete. Die Abmessungen bewegen sich zwischen 1 mm und mehr als 200 mm. Wegen der Korrosionsanfälligkeit des Materials werden die Magnete im Allgemeinen mit einer schützenden Oberflächenbeschichtung aus Nickel, Gold, Zink, Zinn, Chrom oder Epoxydharz versehen.
Aus Neodym-Eisen-Bor werden die zurzeit stärksten Permanentmagnete hergestellt. Die Remanenz beträgt bis zu 1,45 Tesla und die Koerzitivfeldstärke jHc liegt zwischen ca. 900 und 2650 kA/m. Der Hauptnachteil von Magneten aus NdFeB ist die begrenzte Temperaturbeständigkeit. Bereits bei 80°C oder sogar darunter können sie Ihre Magnetisierung verlieren. Durch Zugabe von weiteren Metallen aus der Gruppe der Seltenen Erden, wie z.B. Dysprosium, kann die Temperaturgrenze mittlerweile bis auf 230°C angehoben werden.
Neodym-Magnete finden überall Verwendung, wo starke Magnetkräfte auf engem Raum benötigt werden. Typische Einsatzbereiche sind der Bau von Elektromotoren und Generatoren, die Sensorik, Elektroakustik, Medizintechnik (Kernspin-Tomographen) und Elementarteilchenphysik (Hochenergieexperimente). Daneben gibt es vielfältige Verwendungsmöglichkeiten als starker Pinnwandmagnet, im Modellbau, im Möbel- und Messebau, zum Anheben schwerer Lasten, zum Befestigen von Werkstücken oder zur Realisierung einfacher Befestigungslösungen im Stahl- und Metallbau.
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