Zusammenwachsen von Internet und Fernsehen
Warum HbbTV?
Die Welten von Fernsehen und Internet gehen immer mehr zusammen. Es gibt zwar schon so genannte Hybrid-Geräte, die sowohl einen Fernsehanschluss als auch eine Internetverbindung besitzen und mit denen sich, meist über eine Plattform, einzelne Online-Anwendungen wie z.B. Youtube starten lassen. Aber letztendlich bleiben beide Technologien voneinander getrennt. HbbTV allerdings verbindet das Rundfunk- und Breitbandnetz auf kluge Art und Weise miteinander und ermöglicht so ganz neue Dienste.
Wer steht dahinter?
Entwickelt wurde die neue Technologie ursprünglich vom IRT (Institut für Rundfunktechnik). Doch nicht nur das IRT, sondern auch eine ganze Reihe anderer europäischer Unternehmen waren daran beteiligt. Dazu zählen unter anderem die Satellitenbetreiber Astra und Eutelsat, der führende französische Pay-TV Anbieter Canal+, die Gerätehersteller LG, Sony und Phillips, die Web-Browser-Entwickler von Opera uvm.
Wie funktioniert die Technik?
HbbTV benutzt die Internet-Basistechnologie HTML (Hypertext Markup Language), eine Auszeichnungssprache mit der auch Webseiten im World Wide Web geschrieben sind. Es wird aber auch auf bereits existierende Rundfunk-Standards wie DVB-T, DVB-C und DVB-S zurückgegriffen. Somit kann HbbTV über alle digitalen Übertragungswege Terrestrik (DVB-T), Kabel und Satellit genutzt werden. Zusätzlich ist eine Internetverbindung nötig. Aus dem laufenden Programm heraus können HTML-Seiten direkt aufgerufen werden. Dafür genügt ein einfacher Knopf auf die so genannte “Red-Button” Taste der Fernbedienung.
Was bietet HbbTV?
Durch die Verwendung von HTML lassen sich mit HbbTV zahlreiche Anwendungen ermöglichen oder bereits bekannte Angebote verbessern. So könnte es z.B. eine Mediatheken-Version für den Fernseher und Video-on-Demand Anwendungen geben. EPG-ähnliche Funktionen mit einem kleinen, in eine HTML-Seite integriertem Fernsehbild, und der Möglichkeit innerhalb der HTML-Seite Fernsehprogramme zu wechseln sowie ein verbesserter Videotext mit höherer Auflösung und somit besseren Bildern und Grafiken sind denkbar. Aber auch neue interaktive Funktionen sind machbar, z.B. Spiele, die Verwendung von Social Networks, personalisierte Werbung und zahlreiche weitere.
Momentan steht HbbTV kurz davor beim Europäischen Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) als europäischer Standard verabschiedet zu werden. Auf der IFA 2009 in Berlin (Internationale Funkausstellung) zeigte die ARD bereits erste Anwendungen. Das Angebot HbbTV-fähiger Geräte ist zwar noch überschaubar, aber neue Geräte sind bereits in der Entwicklung. Schon bald also könnte HbbTV auch in die Haushalte vieler Millionen TV-Zuschauer gelangen.
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